Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Südkorea und USA einig über Raketenabwehr
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Südkorea und USA einig über Raketenabwehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 09.07.2016
Anzeige
Peking/Seoul

China hat scharf gegen die Entscheidung von Seoul und Washington protestiert, zum Schutz vor Nordkorea ein Raketenabwehrsystem (THAAD) in Südkorea zu stationieren.

Ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums äußerte „die starke Unzufriedenheit und den entschiedenen Widerstand Chinas“. Die Stationierung laufe den Bemühungen zuwider, durch Dialog die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu wahren. Auch das russische Außenministerium äußerte „ernsthafte Bedenken“.

Die USA und Südkorea hatten bereits vor fünf Monaten mit Verhandlungen über das Raketenabwehrsystem begonnen, nachdem Nordkorea eine Langstreckenrakete getestet hatte. Am frühen Freitagmorgen nun teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium die Einigung mit den USA auf die Stationierung mit, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Die Entscheidung werde die Sicherheit der Südkoreaner vor nordkoreanischen Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen garantieren, hieß es zur Begründung. General Vincent K. Brooks, Chef der US-Streitkräfte in Südkorea, betonte: „Nordkoreas anhaltende Entwicklung von Raketen und Massenvernichtungswaffen erfordert diese vernünftige, abwehrende Maßnahme.“

China forderte den Stopp der Pläne. Die Stationierung laufe den Bemühungen zuwider, durch Dialog die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu wahren, sagte der Sprecher des Pekinger Außenministeriums. Sie schade ernsthaft den Sicherheitsinteressen und dem strategischen Gleichgewicht der Länder in der Region, darunter China. Peking dränge Südkorea und die USA, nichts zu tun, was die regionale Lage komplizierter mache.

Auch das russische Außenministerium äußerste in einem Statement Kritik den Entscheidung. Der Beschluss sei „trotz starken und nachhaltigen Widerstandes von Russland und einer Vielzahl weiterer Länder zustande gekommen“, berichtete Yonhap.

Die Entscheidung über den exakten Standort soll nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in den nächsten Wochen fallen. Das Raketenabwehrsystem solle bis Ende 2017 einsatzbereit sein.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rüsten und Reden: Das ist die Strategie der Nato gegenüber Russland. Beim Gipfel werden neue Abschreckungsmaßnahmen vereinbart. Mit dem Kreml wird aber kurz vorher telefoniert. Denn eins will in Warschau keiner: einen neuen Kalten Krieg.

09.07.2016

Die Nato will sich besser gegen Angriffe aus dem Internet rüsten. Die 28 Mitgliedstaaten erklärten das Netz beim Gipfeltreffen in Warschau zu einem zusätzlichen ...

08.07.2016

Die Nato hat die Verlegung von tausenden Soldaten nach Osteuropa beschlossen. Die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedsländer verständigten sich bei ihrem ...

08.07.2016
Anzeige