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Politik im Rest der Welt Tabubruch in Ankara: Mit Kopftuch im Parlament
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20:15 01.11.2013
Mit Kopftuch im Parlament: die Abgeordnete Nurcan Dalbudak.
Ankara

Mit dem demonstrativen Tragen eines Kopftuchs im Parlament in Ankara haben vier weibliche Abgeordnete ein historisches Tabu in der Türkei gebrochen. Alle vier Parlamentarierinnen gehörten der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP an, wie türkische Medien berichteten. Seit 1934, zehn Jahre nach der Staatsgründung der modernen Türkei durch Mustafa Kemal Atatürk, war das Kopftuch im Parlament tabu.

Zuletzt war 1999 die Abgeordnete Merve Kavakci mit Kopftuch im Parlament in Ankara erschienen. Sie hatte damit einen Eklat ausgelöst. Ihr wurden die türkische Staatsangehörigkeit und der Parlamentssitz aberkannt.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte erst Ende vergangenen Monats das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst gekippt. Weiterhin untersagt ist das Kopftuch nur Frauen in den Sicherheitskräften und im Justizdienst. Manche säkularen Türken werten das Tragen der Kopfbedeckung als Sympathiebekundung für Islamismus. Aus den Reihen liberaler Türken wird jedoch auch argumentiert, dass Frauen selber entscheiden sollen, ob sie Kopftuch tragen oder nicht.

Aus Erdogans AKP gab es Zustimmung für die Abgeordneten mit dem Kopftuch. Kritik kam aus der größten Oppositionspartei, der Republikanischen Volkspartei (CHP). Negative Konsequenzen müssen die Frauen bei der überwältigenden AKP-Stimmenmehrheit nicht befürchten. Erdogan hatte gesagt, nichts spreche dagegen, Kopftuch im Parlament zu tragen. Kritiker werfen ihm vor, das Erbe des säkularen Republikgründers Atatürk untergraben und die Türkei schleichend islamisieren zu wollen.

LN

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