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Politik im Rest der Welt Tausende Hartz-IV-Empfänger sind auf Darlehen angewiesen
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15:02 18.05.2018
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann sieht in der hohen Zahl der Darlehen für Hartz-IV-Empfänger die Bestätigung dafür, dass der Regelsatz nicht für das Notwendigste reicht. Quelle: dpa
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Berlin

Hartz-IV-Empfänger haben zuletzt monatlich fast 14.000 zinslose Darlehen für dringend benötigte Anschaffungen wie Kleidung oder Haushaltsgeräte erhalten. Im Durchschnitt des Jahres 2017 bekamen monatlich 13.720 Menschen eine entsprechende Unterstützung. Die Darlehen beliefen sich auf im Schnitt 442 Euro. Das geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Das Volumen der Darlehen belief sich im vergangenen Jahr auf rund sechs Millionen Euro. Zum Vergleich: 2007 waren es noch 2,66 Millionen Euro.

„Beweis, dass Regelsatz zu niedrig angesetzt ist“

Hartz-IV-Empfänger können Darlehen etwa für Waschmaschine, Kühlschrank oder neue Kleidung erhalten. Dabei muss nachgewiesen werden, dass die Anschaffung absolut notwendig ist und keine Möglichkeit besteht, sie aus eigener Kraft zu finanzieren. Zur Tilgung wird den Betroffenen monatlich 10 Prozent von der Hartz-IV-Regelleistung abgezogen. „Durch die Gewährung der Darlehen erbringt das Hartz IV-System selber den Beweis, dass die Regelleistung prinzipiell viel zu niedrig angesetzt ist“, sagte Linken-Expertin Zimmermann dem RND. „Bei den Anschaffungen, für die die Darlehen gewährt werden, geht es nicht um irgendwelche Luxusgüter, sondern schlicht und ergreifend um die wichtigsten Dinge zum Überleben.“ Die Leistung müsse so ausgestaltet sein, dass unabdingbare Anschaffungen auch getätigt werden könnten, ohne sich dafür verschulden zu müssen: „Dies ist auch eine Frage der Würde und des Anstands gegenüber den Betroffenen.“

Von RND/Rasmus Buchsteiner

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