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Politik im Rest der Welt Terror: Abrini ist der „Mann mit dem Hut“
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Terror: Abrini ist der „Mann mit dem Hut“
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21:12 09.04.2016

/Istanbul. Zweieinhalb Wochen nach den Brüsseler Anschlägen ist der als „Mann mit dem Hut“ gesuchte dritte Terrorverdächtige des Flughafens gefasst.

Es handele sich um den am Vortag verhafteten Mohamed Abrini, teilte die Brüsseler Staatsanwaltschaft gestern mit. Dem 31-jährigen Belgier werden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in leitender Funktion sowie terroristische Morde vorgeworfen — allerdings bisher im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen.

Mit Osama K. ist zudem der zweite überlebende Terrorverdächtige, der an einem der Tatorte beobachtet wurde, verhaftet worden. Er konnte als Begleiter des Brüsseler Attentäters, der sich in der Metro in die Luft sprengte, identifiziert werden. Auch beim Einkauf der Taschen, die die Terroristen bei den Anschlägen nutzen, sei er dabei gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Gegen ihn, Abrini und zwei weitere Männer wurde Haftbefehl erlassen.

Laut Staatsanwaltschaft sei Abrini mit Ermittlungsergebnissen konfrontiert worden und habe seine Anwesenheit am Tatort zugegeben. Auf Fahndungsfotos und -videos vom Flughafen war er stets mit heller Jacke und dunklem Hut zu sehen gewesen, an der Seite der beiden Selbstmordattentäter.

Mit der Identifizierung Abrinis wird immer deutlicher, dass die Täter der Brüsseler und Pariser Terroranschläge in äußerst enger Verbindung standen. Denn Abrini war auch in die Mordserie von Paris verwickelt, obwohl seine genaue Rolle unklar ist. Er war zwei Tage vor den Attentaten gemeinsam mit dem inzwischen festgenommenen Salah Abdeslam an einer Tankstelle an der Autobahn nach Paris gefilmt worden. Mit Abdeslam, einem Hauptverdächtigen der Paris-Ermittlungen, soll Abrini auch eine Unterkunft für die Terroristen nahe Paris gemietet haben.

Die USA und Israel warnen unterdessen vor einer Terrorbedrohung in der Türkei, insbesondere für Istanbul und das populäre Touristengebiet Antalya. Das US-Konsulat in der Stadt am Bosporus veröffentlichte gestern eine „Dringlichkeitsmitteilung“, in der es Amerikaner zu „extremer Vorsicht“ beim Aufenthalt in diesen Städten aufruft. „Die US-Mission in der Türkei möchte US-Bürger darüber informieren, dass es glaubwürdige Bedrohungen für Touristengebiete gibt, insbesondere für öffentliche Plätze und Hafenanlagen in Istanbul und Antalya“, hieß es auf der Webseite der diplomatischen Vertretung.

LN

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