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Politik im Rest der Welt Tod von 71 Flüchtlingen in Ungarn wäre zu verhindern gewesen
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20:54 14.06.2017
Österreichische Polizei bei dem Kühltransporter mit insgesamt 71 toten Flüchtlingen auf der Autobahn A4 bei Parndorf.  Quelle: Herbert P. Oczeret/archiv
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Budapest

Der qualvolle Erstickungstod von 71 Flüchtlingen in einem von Schleppern benutzten Kühllaster im August 2015 hätte möglicherweise verhindert werden können.

Dies legen Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ nahe, deren Reporter einen Teil der Ermittlungsakten eingesehen haben, die die Grundlage für den am 21. Juni in Ungarn beginnenden Prozess gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen der Tragödie bilden.

Wie der deutsche Recherche-Verbund am Mittwoch mitteilte, geht aus den Akten hervor, dass die Behörden den von Ungarn aus operierenden Schlepperring schon Wochen vor der Tragödie beobachtet und die Telefonate seiner Mitglieder abgehört hatten. Die Gesprächsprotokolle würden belegen, dass die aus Bulgaren und Afghanen bestehende Schlepperbande die Flüchtlinge bei den Schleuserfahrten in Lkws und Kühllastern regelmäßig in akute Lebensgefahr brachte.

Klopfzeichen von Geschmuggelten hatten die meist bulgarischen Fahrer auf Geheiß der Bandenführer ignoriert. Auch die Gespräche, die ein Begleiter des Todes-Lkws mit dem afghanischen Drahtzieher führte, wurden aufgezeichnet. Der Chauffeur dürfe die Ladetür des Lasters in keinem Fall öffnen, soll der Afghane dem Begleiter gesagt haben. „Falls die Leute sterben sollten, dann soll er sie in Deutschland im Wald abladen.“

Dennoch griffen die ungarischen Behörden nicht ein. Der Recherche-Verbund zitiert einen Sprecher der zuständigen ungarischen Staatsanwaltschaft, wonach die Zeit dafür gefehlt hätte, um die Gespräche rechtzeitig zu übersetzen und auszuwerten.

Der in einer Pannenbucht abgestellte Lkw mit den 71 Toten war am 27. August 2015 auf einer Autobahn bei Parndorf in Österreich gefunden worden. Die Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan waren bereits auf ungarischem Gebiet gestorben. Der Fall hatte weltweit für große Bestürzung gesorgt.

dpa

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