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Trump erkennt Obamas Geburtsort an

Wahlkampf in den USA Trump erkennt Obamas Geburtsort an

Es ist eine beliebte These unter Verschwörungstheoretikern, dass US-Präsident Obama nicht in den USA geboren wurde. Donald Trump hat die Spekulationen darüber immer wieder genähert. Jetzt rudert er zurück - und schiebt die Schuld auf seine Konkurrentin.

Washington. Donald Trump hat erstmals öffentlich zugegeben, dass der Geburtsort von Präsident Barack Obama in den USA liegt. „Präsident Obama wurde in den Vereinigten Staaten geboren, Punkt“, sagte Trump am Freitag in Washington.

Er revidierte damit frühere Aussagen zu dem Thema. Zugleich warf er seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton vor, die Debatte darüber im Jahr 2008 selbst begonnen zu haben - eine Behauptung, die bereits von zahlreichen US-Medien widerlegt wurde und die Clinton dementiert hatte.

Es war Trump, der in der Vergangenheit öffentlich angezweifelt hatte, dass Obama 1961 auf Hawaii geboren wurde. Im Jahr 2011 verlangte er einen Beweis von ihm. Das Weiße Haus veröffentlichte schließlich die Geburtsurkunde des Präsidenten. Trump behauptete später, eine „vertrauenswürdige Quelle habe ihm verraten, dass das Dokument gefälscht sei. Hintergrund der Debatte ist, dass nur in den USA geborene Amerikaner Präsident werden können.

Die These, Obamas Geburtsort liege in Kenia, ist beliebt unter Verschwörungstheoretikern. Sie findet sich vor allem auf rechtspopulistischen Webseiten. Das sogenannte Birther Movement stellt auch in Abrede, dass der Präsident Christ ist.

Trump hat im Wahlkampf immer wieder ähnliche Theorien zitiert. So behauptete er, nach den Anschlägen des 11. September 2001 habe es Freudenfeste von Muslimen in New Jersey gegeben. Das stimmt nicht. Nach dem Tod des Richters Antonin Scalia erklärte er, er habe gehört, dass dieser umgebracht wurde. Über seinen Konkurrenten Ted Cruz verbreitete er einen Bericht eines Klatschblattes weiter, der Cruz' Vater mit dem Attentäter von John F. Kennedy in Verbindung brachte.

Trump geht dabei immer nach demselben Muster vor: Er wirft eine These in den Raum, ohne allzu deutlich zu sagen, ob er die Meinung teilt. Später distanziert er sich halbherzig oder gar nicht.

Um seinen Auftritt heute machte er so viel Wirbel, dass ihm die Aufmerksamkeit der Medien gewiss war. In einem Interview der „Washington Post“ wich er dem Thema tags zuvor noch aus. „Ich rede darüber nicht mehr. Der Grund dafür ist, dass dann jeder darüber sprechen würde, anstatt über Arbeitsplätze, das Militär, Veteranen und Sicherheit zu reden“, sagte er. Sein Sprecher Jason Miller erklärte später in einer Mitteilung, Trump sei der Überzeugung, dass der Präsident in den USA geboren wurde.

Der Kandidat selbst kündigte schließlich eine Stellungnahme für den Vormittag an. Zahlreiche Sender zeigten den Auftritt im neuen Hotel des Unternehmers in Washington live. Trump schwärmte zunächst ausführlich über die Vorzüge des Hauses, bevor er eine Gruppe Veteranen ehrte. Erst dann widmete er sich dem eigentlichen Thema.

Clinton forderte ihn unterdessen auf, sich bei Obama zu entschuldigen. „Trump hat Jahre damit verbracht, eine rassistische Theorie zu verbreiten, die darauf abzielt, den ersten afro-amerikanischen Präsidenten zu diskreditieren“, schrieb sie im Kurznachrichtendienst. „Das kann er nicht einfach zurücknehmen.“

Auch Obama zeigte sich sichtlich irritiert über die Debatte. „Ich war mir ziemlich sicher darüber, wo ich geboren wurde“, sagte er. „Ich würde mir wünschen, dass sich der Präsidentschaftswahlkampf um ernstere Themen dreht.“

dpa

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