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Politik im Rest der Welt Trump verspricht Guam zehnmal mehr Touristen
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19:41 12.08.2017
Die Strände von Guam sind derzeit eher leer. Quelle: dpa
GUAM

Guams Gouverneur Eddie Baza Calvo ist sichtlich ergriffen. In seiner Hand hält er ein Handy, der Lautsprecher ist eingeschaltet. Auf der anderen Ende der Leitung spricht gerade US-Präsident Donald Trump mit ihm – über die Sicherheit der kleinen Pazifikinsel und deren Zukunft als Reiseziel.

„Wir stehen 1000-prozentig hinter Ihnen. Sie sind sicher. Wir werden super Arbeit leisten, machen Sie sich um nichts Sorgen“, hört man Trump durch den Telefonlautsprecher sagen. Nach dem Telefonat hat Calvo das Video auf der Facebookseite von Homeland Security Guam veröffentlicht. Zehntausende haben es aufgerufen.

„Eddie, Sie werden extrem berühmt“

Entgegen der derzeit höchst angespannten Situation ist das Gespräch zwischen Trump und Calvo locker und entspannt. Bereits nach wenigen Sekunden schlägt der Hotelmagnat in Trump durch, und es beginnt ein Gespräch unter Tourismusfachleuten. „Eddie, Sie werden extrem berühmt werden. Überall auf der Welt spricht man über Guam“, sagt Trump. „Ihr Tourismus wird sich verzehnfachen, ohne dass Sie dafür etwas ausgeben müssen.“ Calvo gefällt das offenbar. „Wenn das hier alles vorbei ist, werden wir 110% Auslastung haben“, antwortet er scherzend.

Das Telefonat, das am frühen Sonnabend auf der Facebookseite veröffentlicht wurde, konterkariert die aufgeheizte Stimmung zwischen den USA und Nordkorea. So verabschieden sich Trump und Calvo mit gegenseitigen Einladungen, einander auf Guam und im Weißen Haus zu besuchen. Kein Wort fällt über die potenzielle nukleare Bedrohung, der sich die Bewohner der Pazifikinsel ausgesetzt fühlen.

„Schauen Sie nicht in den Lichtblitz“

Ganz anders hingegen klingen die Sicherheitshinweise, die Homeland Security Guam am Freitag veröffentlichte. Schritt für Schritt werden hier die Verhaltenweisen bei einem Angriff aufgeführt. „Bleiben sie von Fernstern fern“ und „schauen sie nicht in den Lichtblitz“, werden die Guam-Bewohner angewiesen. Beigefügt ist eine Skizze, die darstellt, wie Fenster und Türen verklebt werden müssen.

Merkblatt: Sicherheitshinweise für die Bewohner von Guam im Falle eines Atombombenangriffs. Quelle: Homeland Security Guam

Bestenfalls sollten die Menschen einen Sicherheitsraum mit den nötigen Lebensmitteln und elektronischen Geräten ausstatten. Denn: „Nach der nuklearen Explosion ist es von größter Wichtigkeit, bis zu 14 Tage in den Sicherheitsräumen zu bleiben“, heißt es weiter. Und: „Es gibt keine Nuklearbunker auf Guam.“

Gefahr und Euphorie scheinen in Guam derzeit nah beieinander zu liegen. So ist US-Präsident Trump nicht der einzige, der gleich ans Geschäftemachen denkt. So empfahl Gouverneur Calvo seinen Landsleuten vor dem Wochenende: „„Geht raus, habt Spaß, genießt die Strände.“

Von RND/aks

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