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Trumps Ex-Berater Mannafort stellt sich

Washington Trumps Ex-Berater Mannafort stellt sich

Die Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller in der „Russland-Affäre“ haben zu ersten Anklagen geführt. Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Mannafort, und ein Geschäftspartner, sollen sich wegen einer Reihe von Finanzverbrechen vor Gericht verantworten und wurden gestern vom FBI verhaftet.

Washington. Es sollte eine große Woche für Donald Trump werden – möglicherweise eine der wichtigsten in seiner bisherigen Amtszeit. Denn am Mittwoch sollen sie von den Republikanern im Abgeordnetenhaus enthüllt werden: Einzelheiten der geplanten Steuerreform, die Trump schon seit langem als historisch feiert. Und die er unbedingt rasch im Kongress durchbringen muss – sonst schließt er sein erstes Jahr als Präsident ab, ohne auch nur ein einziges größeres Gesetzvorhaben verwirklicht zu haben.

Aber gestern sprach in Washington niemand über das Thema. Zwar waren die ersten Anklagen bei den Untersuchungen zur Russland-Affäre erwartet worden und dabei der Name Paul Manafort prominent gefallen, doch schlug der Schritt von Sonderermittler Robert Mueller enorm hohe Wellen.

Für Trump hätte er kaum zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen können – was ihn denn auch schon am Sonntag veranlasst hatte, neue Verschwörungstheorien zu spinnen. Demnach haben die Demokraten nicht nur Vorwürfe einer möglichen Zusammenarbeit des Trump- Wahlkampflagers mit Russland zur Manipulation der Wahl erfunden, sondern auch beim Zeitpunkt der Anklage-Verkündung ihre Hände im Spiel gehabt.

Auf Twitter – wie gewohnt – äußerte er: „Sorry, aber das ist Jahre her, als Paul Mannafort noch nicht Teil der Trump-Kampagne war. Doch warum sind nicht die betrügerische Hillary & die Dems im Fokus????“

Worauf Trump und seine Anwälte ihre weitere Strategie abstellen, ist klar: die Betonung, dass die Anklagen nichts mit ihm oder den Vorwürfen einer Zusammenarbeit mit Russland in Sachen Wahlmanipulation zu tun haben. Im strikten Sinne hat Trump durchaus Recht.

Dennoch ist Muellers Schritt eine mehr als schlechte Nachricht für den Präsidenten – nicht nur, weil er momentan den Steuerplan aus dem Blickfeld rückt. Muellers Untersuchungen haben sich im Laufe der Zeit verästelt, auch Nebenlinien wie die Ermittlungen gegen Manafort und dessen ehemaligen Geschäftspartner wegen Finanzverbrechen könnten früher oder später den Kern der Untersuchungen erreichen.

Das hängt jetzt mehr denn je wie ein Damoklesschwert über Trump, auch wenn es bisher keine konkreten Hinweise dazu gibt, inwieweit sich Muellers Nachforschungen auch direkt auf den Präsidenten beziehen. Manafort war immerhin mehrere Monate lang Trumps Wahlkampfchef, die Annahme ist plausibel, dass er Insider-Kenntnisse hat, die das Trump-Lager lieber nicht an die große Glocke gehängt sehen würde. So war er dabei, als sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner im Sommer vergangenen Jahres mit einer russischen Anwältin traf – in der Hoffnung, Schmutziges über die Wahlkampfgegnerin seines Vaters, Hillary Clinton, ausgraben zu können.

Die jüngsten Entwicklungen verdichten die Wolke, die seit seinem Amtsantritt über Trump und seinen Zirkel hängt. Von Manafort über Trumps Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn, seinen früheren Wahlkampfberater Carter Page und Trumps Langzeitfreund Roger Stone bis hin zu Kushner: Sie alle sind im Zuge der Ermittlungen Muellers auf die eine oder andere Weise ins Visier geraten. Das verstärkt bei vielen den Eindruck, dass irgendetwas vor sich gegangen sein muss, irgendetwas vertuscht worden ist – nach dem Motto: Wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Trump selber hat dazu beigetragen, indem er den FBI-Chef James Comey feuerte – wie er später zugab, spielten dabei auch dessen Russland-Ermittlungen eine Rolle.

Auf jeden Fall weiß Trump spätestens jetzt: Mueller ist entschlossen und furchtlos. Die Russland-Affäre wird den Präsidenten somit noch eine lange Zeit weiterverfolgen – vermutlich weit ins nächste Jahr hinein, das dann schon im Zeichen der Kongresswahlen im November steht. Das ist das Letzte, was Trump gebrauchen kann.

Dabei werden ihm seine ständigen Versuche, den Blick auf die „betrügerische“ Hillary Clinton zurückzulenken oder auf angebliche schmutzige Machenschaften der Demokraten, nur begrenzt helfen. Und mit der Russland-Affäre weiter im Nacken wird es der Präsident zweifellos schwer haben, aus der Reihe tanzende Republikaner im Kongress zur Räson zu bringen.

LN

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