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Politik im Rest der Welt Türkei: Khashoggis Leiche wurde in Säure aufgelöst
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Türkei: Khashoggis Leiche wurde in Säure aufgelöst
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14:10 02.11.2018
Der saudische Journalist Jamal Khashoggi wurde im saudischen Konsulat ermordet. Quelle: Hasan Jamali/dpa
Ankara

Yasin Aktay ist ein enger Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Und er war ein persönlicher Bekannter Khashoggis. Der türkischen Zeitung „Hurriyet“, enthüllte er nun ein weiteres Detail des grausamen Mordfalls: „Wir wussten bereits, dass Khashoggi erwürgt und zerstückelt wurde, unmittelbar nachdem er das saudische Konsulat in Istanbul betreten hatte.“

Jetzt wisse man auch, dass „sein toter Körper in Säure oder einer anderen chemischen Substanz aufgelöst wurde. Damit dies besser funktioniert, wurde der Körper zerteilt. Es sollte offenbar keine Spur von ihm übrig bleiben.“ Zuvor hatte auch die „Washington Post“, für die der Ermordete als Kolumnist tätig war, unter Berufung auf nicht genannte türkische Offizielle geschrieben, der Körper sei vermutlich in Säure aufgelöst worden.

Kronprinz nannte Khashoggi „gefährlichen Islamisten“

Nachdem Saudi-Arabien zugegeben hatte, Khashoggi umgebracht zu haben, hatte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman – de facto Herrscher des Königreichs - von einem „abscheulichen Verbrechen“ gesprochen. Dabei sehen viele in ihm den Hauptverantwortlichen für den Mord. Die neueste Enthüllung bringt das Herrscherhaus in Riad weiter unter Druck. Denn im Islam gilt der Körper nach dem Tod eigentlich als heilig.

In der islamischen Welt ist beispielsweise oft zu beobachten, wie Gläubige nach einem Bombenattentat auch noch die kleinsten Körperteile aus den Trümmern bergen, um diese bestatten zu können. Eine Entweihung von Khashoggis Leichnam durch saudische Agenten wäre für das Land, das zwei der heiligsten Städten des Islam beherbergt, ein weiterer Gesichtsverlust. „Die Ermordung einer unschuldigen Person ist ein Verbrechen“, sagte Aktay. „Die Behandlung des Körpers ist noch einmal ein eigenes Verbrechen.“

Wie die „New York Times“ berichtet, rief Prinz Mohammed bin Salman persönlich bei engen Beratern von US-Präsident Donald Trump an, um über den Fall zu sprechen. Dabei diffamierte er den getöteten Journalisten wahrheitswidrig als „gefährlichen Islamisten“. Die Trump-Administration ist in der Affäre bisher sehr milde mit dem Regime in Riad umgegangen. Es wird unter anderem als Verbündeter gegen den Iran betrachtet.

Von RND/Christian Burmeister

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