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Politik im Rest der Welt Türkische Regierung will Assad stürzen
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23:33 27.08.2013
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

Die Türkei ist bereit, in einer Allianz der Willigen gegen das syrische Regime mitzumachen und Präsident Baschar al Assad zu stürzen. Im blutigen Konflikt in Syrien ist die zerstrittene und zögerliche Diplomatie der internationalen Gemeinschaft aus Sicht Ankaras mitverantwortlich dafür, dass den Verbrechen gegen die Menschlichkeit kein Einhalt geboten wurde. Dass nun die Weichen für einen Militärschlag gegen Assad gestellt werden, gilt in der Türkei als überfällig. Dabei wird eine Schuld des Präsidenten an einem Chemiewaffeneinsatz als Tatsache betrachtet.

„Das mit Chemiewaffen verübte brutale Massaker an mehr als 1000 Menschen ist ein schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagt der türkische Staatspräsident Abdullah Gül. Es sei jetzt nicht mehr die Zeit für Tricks und diplomatische Manöver. Nun müsse konkret gehandelt werden.

„Mehr als 100 000 Menschen wurden in Syrien getötet. Wo ist die internationale Gemeinschaft. Wo ist der Weltsicherheitsrat?“, fragt Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Gott, der „gerecht Vergeltende“, werde Assad schon bald die Rechnung präsentieren. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu erklärt, sein Land sei bereit, auch ohne UN-Mandat in einer Allianz gegen Assad „seinen Platz einzunehmen“. Konkret wird er aber nicht.

Drückende Last

Wie kein anderer Nato-Staat leidet die Türkei direkt unter dem Krieg in Syrien. Fast eine halbe Million Flüchtlinge wurden aus dem Nachbarland aufgenommen. Sie werden vom türkischen Staat in Lagern versorgt oder leben auf eigene Kosten in türkischen Städten. Hunderte Millionen Euro hat die Türkei pro Jahr ausgegeben, während die Zustände in den Grenzgebieten mitunter kriegsähnlich sind, weil Granaten einschlagen. Zudem leidet die Wirtschaft, die Türkische Lira ist im Sinkflug.

Erdogans Regierung hat sich gründlich verkalkuliert. Sie ging zunächst davon aus, dass die von arabischen Staaten und dem Westen unterstützen Rebellen das Regime in Damaskus binnen einiger Monate in die Knie zwingen könnten. Diese und weitere politische Fehleinschätzung haben dazu geführt, dass Ankara mit fast allen Regierungen der Region im Zwist liegt. Erdogan steuere das Land in die Isolation, sagen Kritiker.

LN

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