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Politik im Rest der Welt Turbulenz im Trump-Camp
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20:16 27.08.2016

Ein bizarrer Wahlkampf spielt sich in den USA ab: Während die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sich mit Mühe gegen neue E-Mail-Vorwürfe verteidigt – und Wikileaks neue Enthüllungen androht –, hat auch ihr republikanischer Gegenspieler Donald Trump wieder Ärger am Hals.

Im Zentrum neuer Enthüllungen steht Trumps Wahlkampfmanager Stephen Bannon, eben erst für den glücklosen Paul Manafort gekommen. Medienberichten zufolge wurde Bannon 1996 wegen häuslicher Gewalt angeklagt. Die „New York Times“ und die „New York Post“ berichteten, der Fall sei seinerzeit im Sande verlaufen, nachdem Bannons damalige Frau Mary Louise Piccard nicht vor Gericht erschienen sei, um gegen ihn auszusagen. Laut einem von den Zeitungen eingesehenen Polizeibericht wurden Polizisten am Neujahrstag 1996 zum Haus des Paares im kalifornischen Santa Monica gerufen. Ein heftiger Streit gipfelte demnach in Gewalttätigkeiten Bannons gegen seine Frau, die davon Spuren an Hals und Handgelenken davontrug. Piccard gab an, ihr Mann habe sie daran gehindert, die Polizei anzurufen, das Telefon quer durch den Raum geworfen und es dabei zertrümmert. Später habe er ihr vorgeschrieben, die Stadt zu verlassen und gedroht, sie und die erst einige Monate alten Zwillingstöchter zu verlassen, sollte es ein Gerichtsverfahren geben.

Bannon steht aber auch wegen eines möglichen Bruchs des Wahlgesetzes in Florida in der Kritik. Nach einem Bericht des „Guardian“ ist Bannon im Bezirk Miami-Dade als Wähler registriert, lebt aber gar nicht dort. Nach dem Wahlgesetz Floridas müssen registrierte Wähler einen permanenten Wohnsitz in dem Bundesstaat haben.

Der „Guardian“ zitierte den Besitzer des Hauses, wonach das Gebäude leer stehe und abgerissen werde. Bannon soll es für seine Ex-Frau gemietet, aber nie dort gelebt haben. Den Angaben zufolge zog sie in diesem Jahr aus. Trumps Team wollte zu dem Bericht nichts sagen. Falsche Informationen bei der Wählerregistrierung sind allerdings eine Straftat. Adresswechsel muss rechtzeitig angezeigt werden.

Trump selbst hatte zuletzt mit beschwichtigenden Äußerungen zum Thema illegale Zuwanderung für Irritationen unter seinen Anhängern gesorgt. Sein Vize-Kandidat Mike Pence sollte gestern in Purcellville im Norden Virginias die stramm konservative Trump-Basis beruhigen, die Trump mit seiner „klaren Kante“ im Vorwahlkampf für sich gewonnen hatte.

LN

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