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UN-Experten: Rohingya in Myanmar Opfer von Mord und Folter

Ergebnisse einer Untersuchung UN-Experten: Rohingya in Myanmar Opfer von Mord und Folter

Verfolgte muslimische Rohingya fliehen zu Hunderttausenden aus Myanmar. Das UN-Büro für Menschenrechte hat sich ein Bild vor Ort gemacht - die Experten berichten von purer Gewalt.

Flüchtlinge der muslimischen Rohingya-Minderheit überqueren in der Nähe von Cox's Bazar (Bangladesch) die Grenze zwischen Bangladesch und Myanmar.

Quelle: Km Asad

Genf. Eine Terrorkampagne mit Vergewaltigungen, Mord und Folter hat nach Angaben von UN-Menschenrechtsexperten mehr als eine halbe Million muslimischen Rohingya aus Myanmar in die Flucht getrieben.

Die traumatisierten Menschen sprächen von in Brand gesteckten Häusern und Dörfern, Erschießungen, Folter, Vergewaltigungen und anderer sexueller Gewalt, berichtete ein Team des UN-Büros für Menschenrechte (OHCHR) am Mittwoch in Genf. An den Gräueltaten in dem südostasiatischen Land seien Sicherheitskräfte mit Pistolen und Schlagstöcken und Zivilisten mit Macheten und Messern beteiligt gewesen.

„Ob es Genozid ist, haben wir bei diesem Besuch nicht untersucht“, sagte der schweizerische OHCHR-Mitarbeiter Thomas Hunecke, der mit Kollegen im September in Cox's Bazar in Bangladesch war, um mit 65 Einzelpersonen und Gruppen von Geflohenen zu sprechen. „Das sollte aber in keiner Weise von den schweren Menschenrechtsverletzungen ablenken.“ Myanmar ließ die Experten nicht ins Land.

Seitdem Ende August militante Rohingya 30 Sicherheitsposten überfielen, rollt eine Gewaltwelle über die Rhakine-Region Myanmars. In Bangladesch sind seitdem mehr als 500.000 Flüchtlinge angekommen.

Die Gesamtzahl der Rohingya wird auf 1,1 Millionen geschätzt. Das mehrheitlich buddhistische Myanmar verweigert den meisten Rohingya die Staatsbürgerschaft und betrachtet sie als illegale Einwanderer, obwohl viele seit Generationen dort leben. Die Bevölkerung sei schon vor den Angriff auf die Sicherheitsposten drangsaliert worden, sagt Hunecke. Der Zugang zu Märkten, Schulen und Moscheen sei versperrt worden, Männer seien grundlos festgenommen worden.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hatte die Vertreibung vor einigen Wochen als „Paradebeispiel für ethnische Säuberungen“ bezeichnet. „Wir haben nichts gefunden, was dem widersprechen würde“, sagte Hunecke. Es gebe Berichte, dass die Sicherheitskräfte an der Grenze Landminen gelegt hätten.

Die Übergriffe auf die Menschen seien systematisch, organisiert und koordiniert gewesen. Sicherheitskräfte beleidigten die Menschen demnach über Megafon, orderten sie aus den Häusern und eröffneten dann häufig das Feuer. Die Absicht sei klar: Die Überlebenden sollten aus Myanmar vertrieben werden.

Zudem zerstörten Sicherheitskräfte Häuser, Felder, Vieh und Moscheen. Das bedeute, dass die Menschen selbst bei einer Rückkehr nichts mehr vorfänden, sagt Hunecke. „Das UN-Menschenrechtsbüro macht sich große Sorgen über die Sicherheit von Hunderttausenden Rohingya, die noch in der nördlichen Rhakine-Region sind“, heißt es in dem Bericht.

dpa

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