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Politik im Rest der Welt US-Außenminister verteidigt Klima-Rückzug
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21:14 03.06.2017
US-Außenminister Rex Tillerson verteidigt Trumps Klimabeschluss.
Washington

Nach dem angekündigten Rückzug der USA aus dem Klimaabkommen von Paris hat US-Außenminister Rex Tillerson den Schritt relativiert. „Es war eine politische Entscheidung und es ist wichtig, dass alle anerkennen, dass die Vereinigten Staaten eine großartige Bilanz bei der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen vorweisen“, sagte er. „Es ist etwas, auf das wir, glaube ich, stolz sein können.“ Er gehe nicht davon aus, dass die Bemühungen in Zukunft zurückgefahren werden.

Präsident Donald Trump hatte den Ausstieg am Donnerstag verkündet und dies damit begründet, amerikanische Interessen an die erste Stelle setzen zu wollen. In seiner Rede erwähnte er das Wort Klimawandel kein einziges Mal. Dies ließ erneut die Frage aufkommen, ob der Republikaner an das Konzept von globaler Erwärmung glaubt. In der Vergangenheit hatte er die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels angezweifelt.

Das Umfeld des Präsidenten wich Fragen zu dem Thema am Freitag aus. Sein Sprecher Sean Spicer sagte, er habe noch keine Gelegenheit gehabt, mit Trump darüber zu sprechen. EPA-Chef Scott Pruitt beharrte darauf, dass sich die Diskussion über den Ausstieg allein um die Frage gedreht habe, ob das Abkommen gut für die Vereinigten Staaten sei oder nicht. „Der Fokus lag darauf, ob wir durch Paris Nachteile erleiden. Und in der Tat war es so. Es hat uns einen wirtschaftlichen Nachteil gebracht“, erklärte er.

Die Entscheidung des US-Präsidenten war weltweit scharf kritisiert worden. Andere Staats- und Regierungschefs hoben die Bedeutung des Abkommens hervor.

Trump hatte den Ausstieg seines Landes aus dem Abkommen bereits im Wahlkampf zum Thema gemacht. Seine harte Linie unter der Devise „Amerika zuerst“ setzt er mit dem Beschluss fort. Seinen Kritikern versprach Trump, die USA würden das umweltfreundlichste Land der Welt werden. Wie er das erreichen will, verriet er nicht.

Der US-Präsident hat angekündigt, die finanziellen Mittel der Bundesregierung für Klimaforschung, für die stark mit Klimaschutz befasste Umweltagentur EPA und zahlreiche Forschungseinrichtungen drastisch zu senken. Es gibt darüber hinaus Pläne, staatliche Subventionen für Erneuerbare Energien zu stoppen. Bereits im März hatte er per Dekret zentrale Umweltschutzbestimmungen aufgeweicht.

Unterdessen vertrat der führende Wasserexperte Johannes Cullmann die Meinung, dass der Austritt der US glimpflich verlaufen könnte. Viele der großen amerikanischen Unternehmen, Städte und Bundesstaaten hätten angekündigt, ihre Klimaziele weiter verfolgen zu wollen, sagte der Wasserdirektor der Weltwetterorganisation. „Somit wäre es vorstellbar, dass die USA trotz Trump auf dem Kurs zur Erfüllung der nationalen Klimaziele bleiben“, erklärte Cullmann. Im schlechtesten Falle aber werde die Erderwärmung gegen Ende des Jahrhunderts um geschätzt bis zu 0,3 Grad höher ausfallen als gehofft. Das Streichen der US-Gelder für Klimaschutzprojekte sei schmerzlich und werde es Entwicklungsländern schwerer machen, Treibhausgas-Emissionen zurückzufahren. Das Abschmelzen der Pole und der Anstieg der Meeresspiegel seien Phänomene, die auch die USA beträfen.

LN

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