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Politik im Rest der Welt US-Flieger kehrt mit toten Soldaten aus Nordkorea zurück
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11:34 27.07.2018
Ehrengarden der Vereinten Nationen tragen auf der Osan Air Base in Südkorea Kisten mit den vermeintlichen Überresten von amerikanischen Soldaten, die während des Koreakrieges umgekommen waren. Quelle: dpa
Osan

Nordkorea hat eine Zusage von Machthaber Kim Jong Un beim Gipfel mit US-Präsident Donald Trump erfüllt und die mutmaßlichen sterblichen Überreste im Koreakrieg gefallener US-Soldaten übergeben. Ein US-Militärflugzeug holte sie am Freitag im nordkoreanischen Wonsan ab und brachte sie auf den US-Luftwaffenstützpunkt Osan in Südkorea. Der Kommandeur der US-Truppen in Südkorea, General Vincent Brooks, sagte, das UN-Kommando habe die Mission als Erfolg bezeichnet.

„Nun bereiten wir vor, unsere Gefallenen zu ehren, bevor sie ihre Heimreise fortsetzen“, sagte Brooks. Nächste Station werde Hawaii sein. Laut UN-Kommando wurden 55 Behälter mit Gebeinen übergeben. Trump twitterte am Donnerstagabend (Ortszeit Washington): „Nach so vielen Jahren wird dies ein großer Moment für viele Familien sein. Danke Kim Jong Un.“

Die nordkoreanische Geste erfolgte am 65. Jahrestag des Endes des Koreakriegs. Am 27. Juli 1953 wurden die Kämpfe eingestellt, seitdem gilt ein Waffenstillstand. Ein Friedensabkommen wurde bis heute noch nicht geschlossen.

Übergabe der Überreste der toten Soldaten war Teil der Gipfel-Vereinbarung

Trump und Kim hatten die Übergabe der Überreste bei ihrem Gipfeltreffen im Juni vereinbart.

Seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 werden noch rund 7700 US-Soldaten als vermisst gelistet, die Überreste von 5300 von ihnen sind nach Schätzungen noch in Nordkorea. In dem Krieg kamen Millionen Menschen um, 36 000 amerikanische Soldaten verloren ihr Leben.

Forensiker werden sterbliche Überreste untersuchen

Die Übergabe ist ein erstes greifbares Ergebnis des Trump-Kim-Gipfels in Singapur. Forensiker dürften an den Überresten nun eine Reihe von Untersuchungen vornehmen, um festzustellen, ob sie amerikanischen Soldaten oder verbündeten Truppen zuzuordnen sind.

Trump und Kim hatten sich auf eine vollständige atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel verständigt. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Mittwoch, die beiden Länder hätten dabei aber noch einen „furchtbar langen Weg“ vor sich. Er nannte keinen konkreten Zeitplan, versprach jedoch, die Verhandlungen würden sich nicht bis in alle Ewigkeit hinziehen.

Von RND/AP