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Politik im Rest der Welt Trumps diskrete Kampagne zur WM 2026
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20:55 13.06.2018
US-Präsident Donald Trump unterstützte die Bewerbung der USA für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Quelle: dpa
Washington

Diesen Erfolg lässt sich der US-Präsident nicht nehmen: „Glückwunsch“ schreibt Donald Trump am Mittwoch per Twitter an seine Anhängerschaft. Dass die Fußballweltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, sei ein großartiges Signal.

Tätsächlich gilt das Bewerbungsverfahren selbst im Trump-kritischen Lager als eine gelungene Aktion: Drei Mal habe sich der Chef des Weißen Hauses unmittelbar in die Verhandlungen eingeschaltet. Kurioserweise versicherte der Präsident dem Weltfußballverband FIFA ausdrücklich, dass sein eigenes Regelwerk in der Zeit des vierwöchigen Turniers keine Geltung haben werde. Den Fans aus den teilnehmenden Ländern werde ebenso wie den Mannschaften „selbstverständlich“ die Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika ermöglicht. Die US-Regierung werde alles tun, um diese bedeutende Sportveranstaltung zu unterstützen. Von den Einreiseverboten, auf die Trump mit Blick auf mehrere muslimische Staaten drängt, ist mit einem Mal keine Rede mehr.

In den vergangenen drei Monaten schickte Trump insgesamt drei Briefe an FIFA-Präsident Gianni Infantino, um die Rückendeckung durch seine Regierung zu bestätigen. So hebt der sportbegeisterte Präsident in seinem Schreiben vom 2. Mai die Erfahrungen hervor, die die USA 1996 und 2002 bei den Olympischen Spielen und 1994 bei der Weltmeisterschaft gesammelt hatten. Für Großveranstaltungen dieser Art sei das Land bestens gerüstet. Ausdrücklich betont Trump die Gastfreundschaft seines Landes – „und dass die Fans aus aller Welt ohne Diskriminierung in die Vereinigten Staaten einreisen können“. Sicherlich, Trumps Amtszeit endet spätestens 2025, aber auch die Nachfolgeregierung würde sich an diese Zusage gebunden fühlen. Begeistert zeigt sich erwartungsgemäß Carlos Cordeiro: Der Präsident des amerikanischen Fußballverbandes betont, dass die offizielle Rückdeckung aus Washington sicherlich die Entscheidung begünstigt habe.

Trump-Schwiegersohn warb um Unterstützung

Eine herausgehobene Rolle soll unter anderem Trumps Schwiegersohn Jared Kushner gespielt haben. Der Berater des Weißen Hauses habe unter anderem mit Saudi-Arabien und Nigeria intensiv in Verbindung gestanden, um auch deren Zustimmung zu erhalten, heißt es in Washington.

Erstmal soll der „World Cup“ in drei Ländern ausgetragen werden. Von den 80 Spielen sind zehn in Kanada geplant, 10 in Mexiko und 60 in den Vereinigten Staaten – inklusive des Endspiels im „MetLife Stadium“ in New Jersey. Noch ist allerdings offen, ob sämtliche drei Ausrichter auch automatisch an dem Wettbewerb teilnehmen oder sich ebenso wie alle anderen Mannschaften qualifizieren müssen.

Vor allem der US-Verband verspricht sich durch das Turnier eine Aufwertung seiner Sportart, wobei die Begeisterung für den Fußball gerade in den vergangenen Jahren in den Schulen spürbar steigt. Der neue Breitensport lässt sich in seiner Popularität in den USA dennoch nicht mit der Anziehungskraft des American Football oder Basketball vergleichen.

Auf die Stimmung drückt nicht zuletzt die jüngste Entwicklung: Erstmals seit 1986 ist die US-Mannschaft an der Qualifikation für die diesjährige Weltmeisterschaft gescheitert. Nichtsdestotrotz soll der US-Verband mehr als fünf Millionen Euro in eine Werbekampagne investiert haben, um das Turnier wieder in die USA zu bringen.

Von Stefan Koch/RND

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