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Politik im Rest der Welt USA verzögern Afghanistan-Abzug
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23:21 15.10.2015
US-Oberkommandeur in Afghanistan: John Campbell. Quelle: AFP
Washington

. Der US-Präsident Barack Obama hat einen langsameren Abzug der US-Truppen aus Afghanistan angekündigt. Die afghanischen Sicherheitskräfte seien „noch nicht so stark wie sie sein müssen“, und die Sicherheitslage am Hindukusch sei „noch immer sehr fragil“, sagte Obama gestern im Weißen Haus. Daher werde die aktuelle Truppenstärke von 9800 US-Soldaten „den Großteil des nächsten Jahres“ beibehalten. Anschließend werde die US-Präsenz in Afghanistan auf rund 5500 Soldaten reduziert.

Bis zum Ende von Obamas Amtszeit Anfang 2017 hätte die Truppenstärke nach den bisherigen Plänen eigentlich auf rund tausend Soldaten sinken sollen, die vor allem die Botschaft in Kabul schützen sollten. „Diese bescheidene, aber bedeutende Verlängerung unserer Präsenz kann einen echten Unterschied ausmachen“, sagte Obama. An der Mission des US-Militärs werde sich nichts ändern. Die US-Einheiten würden keine Kampfrolle einnehmen, sondern „zwei begrenzte Aufgaben“ erfüllen: den Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida sowie die Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte.

„Ich werde als Oberbefehlshaber nicht zulassen, dass Afghanistan von Terroristen als Rückzugsort genutzt wird, um unsere Nation erneut anzugreifen“, sagte Obama, der an der Seite von Vizepräsident Joe Biden, Verteidigungsminister Ashton Carter und Generalstabschef Joseph Dunford vor die Kameras trat. Der Präsident erklärte, er habe seine Entscheidung nach Beratungen mit seinem nationalen Sicherheitsteam, dem US-Kongress, den internationalen Partnern und der afghanischen Regierung getroffen. Die neuen Pläne werden die USA vermutlich 14,6 Milliarden Dollar kosten.

Die Taliban kündigten in einer ersten Reaktion verstärkten Widerstand gegen die US-Truppen an. Der Dschihad werde „so lange weitergehen, bis der letzte Besatzer vertrieben“ sei.

LN

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