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20:25 10.06.2017
Nordirlands Eiserne Lady: Die Erste Ministerin Arlene Foster.

„Let’s get to work, gehen wir an die Arbeit“, gab die bei den Unterhauswahlen schwer beschädigte konservative britische Premierministerin Theresa May als Parole aus, nachdem sie von Königin Elizabeth II. formell den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erhalten hatte. Während sie den Eindruck zu erwecken versuchte, es sei eigentlich gar nichts passiert – obwohl sie statt des Ausbaus ihrer absoluten Mehrheit deren Verlust zu verantworten hat –, muss sie jetzt sondieren, wer ihr die fehlenden Stimmen für eine absolute Mehrheit zwecks Wiederwahl im Parlament beschaffen könnte.

Heißeste Favoritin ist aktuell die „Erste Ministerin“ und Chefin der nordirischen Regionalpartei DUP, Arlene Foster. Die 46-jährige Regionalpolitikerin gerät damit erstmals in überregionales Rampenlicht – und es wird klar, dass sie keine einfache Partnerin für gemäßigte „Normalkonservative“ sein dürfte.

Foster saß und sitzt wohl auch noch der unselige und blutige Nordirlandkonflikt tief in den Knochen. Pro-irische IRA-Kämpfer erschossen ihren Vater, als Teenager überlebte sie einen Anschlag auf ihren Schulbus.

Fosters politische Laufbahn begann während des Studiums in Belfast. Sie schloss sich der pro-britischen UUP, 2003 verließ sie die UUP, auch aus Protest gegen das Karfreitagsabkommen, das bis heute einen zerbrechlichen Frieden in Nordirland sichert.

Foster lief zur Democratic Unionist Party (DUP) über. Die als ehrgeizig und hart geltende Juristin stieg schnell auf in der strikt konservativen Partei, die gegen Abtreibung und Homo-Ehe ist, am Klimawandel zweifelt und über die Todesstrafe diskutiert. 2015 übernahm sie den Parteivorsitz, Anfang 2016 das Amt der regionalen Regierungschefin Nordirlands, genannt Erste Ministerin. Sie regierte mit ihrem Vize Martin McGuinness von der katholisch-republikanischen Partei Sinn Fein, aber im Januar 2017 zerbrach die Regierung, in der folgenden Neuwahl holte die DUP nur einen Sitz mehr als Sinn Fein, bis heute laufen die Verhandlungen über eine neue Regierung.

Somit kämpft Foster quasi an zwei Fronten. Sie dürfte dabei May einen „weichen Brexit“ abverlangen, den diese partout ablehnt – die Nordiren haben Sorge, dass ihre Wirtschaft durch neue strikte Grenzen zum EU-Mitglied Irland kollabiert. Zwei Wahlverliererinnen müssen sich zusammenraufen: Die Regierungsbildung in London und die eigentlich in zehn Tagen anberaumten Brexit-Verhandlungen in Brüssel dürften noch einigen Wirbel verursachen.

LN

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