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Politik im Rest der Welt Viel Lob für Kommentar gegen rechte Hetze
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23:10 06.08.2015
Fand klare Worte: Moderatorin Anja Reschke. Quelle: Angelika Warmuth/dpa
Hamburg

Ein „Tagesthemen“-Kommentar über ausländerfeindliche Hetze im Internet bekommt in sozialen Netzwerken viel Zustimmung. Die NDR-Moderatorin Anja Reschke forderte in der Nachrichtensendung am Mittwochabend einen neuen „Aufstand der Anständigen“.

Zwar laufe die Strafverfolgung von rechter Hetze im Internet mittlerweile an, sagt Reschke, die auch das ARD-Politikmagazin „Panorama“ moderiert, in dem Kommentar. Aber auch die Gesellschaft müsse klar Stellung gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in der Asyldebatte beziehen. „Die Hassschreiber müssen kapieren, dass diese Gesellschaft das nicht toleriert“, sagte Reschke.

Bei Facebook wurde das Video gestern bis zum Nachmittag mehr als 3,7 Millionen Mal aufgerufen. Zahlreiche Nutzer auf Facebook und Twitter lobten Reschke und äußerten Zustimmung. Mehr als 94000 Facebook-Nutzer gaben dem Beitrag ein „Like“, mehr als 105000 User teilten das Video. Eine quantitative Zunahme rechter Hasskommentare im Internet sei schwer nachzuweisen, sagte Robert Lüdecke, Sprecher der Amadeu Antonio Stiftung. Allerdings habe sich die Qualität verändert. „Wir beobachten eine immer deutlichere rechte Hetze im Internet. Die Kommentare werden immer radikaler, aggressiver und offener.“

Die Autoren veröffentlichten die Kommentare auch immer öfter mit ihrem richtigen Namen. Wenn man rechtsextreme Kommentare beim jeweiligen Netzwerk melde, könne registriert werden, wieviele User tatsächlich rechte Hetze im Internet verbreiteten, sagte Lüdecke.

Die Reaktionen auf das Video seien weitgehend positiv, berichtet „Panorama“-Redaktionsleiter Volker Steinhoff. Der überwältigende Zuspruch auf Facebook zeige, dass die Mehrheit der Deutschen nicht rassistisch sei. Per Mail erreichten die Redaktion allerdings auch Beschimpfungen. Dabei gehe es im Kern um Sozialneid, so Steinhoff.

Die Anzahl rechter Straftaten ist in Deutschland zuletzt gestiegen. Die Zahl der Angriffe auf Asylbewerberheime hat sich laut Verfassungsschutz im vergangenen Jahr auf 175 verdreifacht. Im ersten Halbjahr 2015 stieg sie erneut stark an.

LN

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