Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Viele Briten lassen sich in Deutschland einbürgern
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Viele Briten lassen sich in Deutschland einbürgern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:43 13.06.2017
Vor dem Brexit entscheiden sich viele für eine neue Staatsbürgerschaft. Quelle: Britta Pedersen
Anzeige
Wiesbaden

Der geplante Ausstieg der Briten aus der EU macht sich auch bei den Einbürgerungen in Deutschland bemerkbar: Im vergangenen Jahr haben sich so viele Briten wie nie zuvor für einen deutschen Pass entschieden.

Wie das Statistische Bundesamt berichtete, ließen sich 2865 Briten einbürgern. Das seien 2200 mehr als im Jahr zuvor oder ein Anstieg um 361 Prozent.

Mit insgesamt 110.400 Einbürgerungen stieg die Zahl der neuen Deutschen um 2,9 Prozent. In den beiden Jahren zuvor war die Zahl der Einbürgerungen nach Angaben der Behörde rückläufig gewesen.

Die größte Gruppe unter den Menschen mit neuem deutschen Pass stellten Türken (16.290). Im Vergleich zum Vorjahr ging ihre Zahl jedoch um 16,9 Prozent zurück. Bei der zweitgrößten Gruppe, den Polen, stieg der Anteil hingegen um 11,3 Prozent auf 6632.

Im Vergleich der Bundesländer gab es große Unterschiede. So verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit 19 Prozent den höchsten Zuwachs, während die Zahl der Einbürgerungen in Bremen um ein Fünftel zurückging.

Die Eingebürgerten waren den Angaben zufolge im Durchschnitt 33 Jahre alt und hielten sich seit 17 Jahren in Deutschland auf. Wie schon in den vergangenen Jahren war der Anteil der Frauen mit 53,9 Prozent höher als der der Männer. Fast 60 Prozent der Neu-Deutschen stammen aus Europa, darunter 29 Prozent aus EU-Staaten.

Das Interesse von EU-Staatsbürgern an einer Einbürgerung sei traditionell eher gering, hieß es. Nur bei Bulgaren und Rumänen war neben den Briten eine größere Bereitschaft zu erkennen, einen deutschen Pass zu bekommen. Eine hohe Nachfrage gab es dagegen bei Menschen aus außereuropäischen Ländern. So ließen sich 2200 Syrer, 900 Kameruner und 600 Ägypter in Deutschland einbürgern.

Sevim Dagdelen, Migrationsbeauftragte der Linksfraktion im Bundestag, kritisierte die Zahl der Einbürgerungen als zu gering. Die rechtlichen Hürden wie etwa die Kosten, Sprach- und Einkommensanforderungen müssten beseitigt werden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Er tut es wieder: Ex-Basketballer Dennis Rodman ist zu Besuch in Nordkorea. Dort trifft er – natürlich – auch auf Staatspräsident Kim Jong Un. Rodman glaubt daran, dass US-Präsident Donald Trump glücklich sei, dass er mit seinem Besuch versuche, „etwas zu erreichen, das wir beide brauchen“.

13.06.2017

Politisch ist Donald Trump vieles misslungen. Eins aber hat er geschafft: Seine Immobilien werfen mehr Geld ab denn je. Zwei Bundesstaaten haben ihn nun verklagt, weil sie eine Verquickung seiner Hotelgeschäfte mit dem Amt des Präsidenten sehen.

13.06.2017

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz verliert in der Gunst der Bürger gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel an Boden.

13.06.2017
Anzeige