Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Viele Tote nach russischen Bomben auf syrisches Gefängnis
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Viele Tote nach russischen Bomben auf syrisches Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:24 09.01.2016

Auch wenn beim Thema Syrien in Deutschland in der innenpolitischen Debatte derzeit innenpolitische Aspekte den Ton angeben, ging der blutige Alltag in dem seit fünf Jahren vom Krieg verwüsteten Land das Blutvergießen und das Leiden weiter: Bei einem russischen Luftangriff im Nordwesten Syriens sind regimekritischen Aktivisten zufolge mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Eine große Zahl von Menschen sei zudem in der Stadt Maarat al-Numan verletzt worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern. Unter den Opfern sollen demnach auch Zivilisten sein. Aktivsten meldeten sogar mehr als 50 Tote Die Raketen hätten ein Gericht und ein Gefängnis getroffen, die unter der Kontrolle des syrischen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaidas gestanden hätten, berichteten die Menschenrechtler weiter. Die meisten Toten seien Extremisten oder Gefangene gewesen. Aktivisten zufolge wurde auch ein kleiner Markt getroffen.

Russland bombardiert seit Ende September Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Moskaus Jets nehmen Extremisten wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), aber auch in den Augen westlicher Strategen gemäßigtere Gruppen ins Visier.

Unterdessen blieb auch nach der Zustimmung des syrischen Regimes zu Hilfslieferungen für die vom Hungertod bedrohten Menschen die Lage in der belagerten Stadt Madaja dramatisch. Das Gesundheitskomitee des Ortes teilte gestern über Facebook mit, mehr als 200 Menschen hätten Schwäche- und Ohnmachtsanfälle erlitten. In der Stadt nordwestlich von Damaskus sind seit etwa einem halben Jahr rund 40 000 Menschen von der Assad-Armee eingeschlossen. Hilfsorganisationen konnten nach eigenen Angaben zuletzt im Oktober Lieferungen nach Madaja bringen. Laut der Organisation Ärzte ohne Grenzen starben bislang mindestens 23 Menschen an den Folgen von Mangelernährung, auch Kinder. Nach der Zustimmung des Regimes zu Hilfstransporten am Donnerstag sollen erste Konvois aber heute in Madaja eintreffen.

Syriens Regime ist inzwischen zwar bereit zu Friedensgesprächen mit seinen Gegnern, fordert aber vorher eine Teilnehmerliste der Opposition. Außenminister Walid al-Muallim verlangte bei einem Treffen mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura in Damaskus außerdem eine Aufstellung aller Rebellenbrigaden, die als Terrorgruppen eingestuft würden. Die internationalen Gemeinschaft hatte sich im vergangenen Jahr auf Friedensgespräche geeinigt. Beginnen sollen die Verhandlungen am 25. Januar.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Luftwaffenoffizier hat bereits „Tornado“-Flüge über Afghanistan absolviert — Nun folgt die Anti-IS-Mission.

09.01.2016
Politik im Rest der Welt MITARBEITERIN DER WOCHE - Josefa Schmid

„Wo man singt, da laß‘ dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“, heißt es in einem Reim, der auf den Dichter Johann Gottfried Seume zurückgeht.

09.01.2016

Für die Separatisten Kataloniens war es kurz vor Zwölf. Quasi in letzter Minute einigen sich die Parteien auf die Bildung einer Regierung. Innerhalb der nächsten 18 Monate wollen sie die wirtschaftsstärkste Region Spaniens in die Unabhängigkeit führen.

10.01.2016
Anzeige