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Politik im Rest der Welt Vier-Sterne-General ein Verräter?
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23:10 28.06.2013
James Cartwright (r.), neben Hillary Clinton und Barack Obama.
Berlin

Die USA jagen nicht nur den Informanten Edward Snowden um die Welt, sondern machen auch eine Heimatfront im Kampf gegen unerwünschte Enthüllungen auf. Ein Vier-Sterne-General soll vor einem Jahr Informationen über einen Computerangriff mit dem Stuxnet-Wurm gegen den Iran weitergegeben haben — und muss sich nun offenbar vor der US-Justiz verantworten.

Der Cyberangriff auf die Atomanlagen im Iran mit Hilfe von Stuxnet war im Sommer 2012 längst kein Geheimnis mehr. Dennoch schlug ein Bericht der „New York Times“ über die Attacken im politischen Washington ein wie eine Bombe. Der Washingtoner Chefkorrespondent der Zeitung, David Sanger, hatte detailliert aufgeschrieben, dass US-Präsident Barack Obama den Stuxnet-Angriff persönlich angeordnet habe. Obama habe die von seinem Amtsvorgänger George W. Bush übernommene Geheimaktion mit dem Codenamen „Olympic Games“ (Olympische Spiele) sogar noch beschleunigt.

Wegen dieser Veröffentlichung haben US-Justizminister Eric Holder und der Staatsanwalt des US-Bundesstaates Maryland, Rod Rosenstein, nun einen hoch dekorierten Ex-General im Visier, berichtet der TV-Sender NBC. James Cartwright, der seit zwei Jahren im Ruhestand ist, soll der Informant von Journalist Sanger gewesen sein.

Über Stuxnet selbst waren im Sommer 2012 die maßgeblichen Fakten bereits öffentlich bekannt. Schon 2010 hatten Experten des Anti-Virus-Herstellers Symantec das Schadprogramm im Internet entdeckt. Sie kamen nach einer forensischen Analyse zu dem Schluss, dass der Wurm als eine Art Undercover-Agent iranische Uranzentrifugen sabotieren sollte.

Nur durch einen technischen Fehler in der Programmierung des Computerwurms war Stuxnet aus den infizierten Atomanlagen im Iran ins öffentliche Internet entwischt. Dort hatte er sich unkontrolliert verbreitet. So waren die Anti-Viren-Hersteller auf das Schadprogramm aufmerksam geworden.

LN

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