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Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen US-Senatskandidaten

Wirbel vor wichtiger Nachwahl Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen US-Senatskandidaten

Die Welle öffentlicher Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe durch Männer in Machtpositionen hat auch die US-Politik erreicht.

Roy Moore, dem republikanischen Kandidaten für den US-Senat, werden von mehreren Frauen Vorwürfe der sexuellen Belästigung gemacht.

Quelle: Brynn Anderson

Washington. Die Welle öffentlicher Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe durch Männer in Machtpositionen hat auch die US-Politik erreicht. Vier Frauen haben den ultrakonservativen Senatskandidaten Roy Moore (70) aus Alabama beschuldigt, ihnen nachgestellt zu haben, als sie Teenager waren.

Moore, ein christlicher Fundamentalist, war demnach damals in seinen frühen Dreißigern. Besonders gravierend sind die Vorwürfe einer Frau, die er seinerzeit zwei Mal mit nach Hause genommen und unsittlich berührt haben soll - als sie erst 14 Jahre alt war.

Der Republikaner wies die Vorwürfe entschieden zurück: Am Samstag sprach der vierfache Vater von einer „Scharade“, die „Lügenmedien“ und Opponenten gestartet hätten, um ihn bei der anstehenden Senatsnachwahl in Alabama am 12. Dezember um den Sieg zu bringen. Bei der Wahl geht es um die Neubesetzung des Sitzes, der durch den Wechsel von Jeff Sessions an die Spitze des Washingtoner Justizministeriums vakant geworden ist.

Der Wirbel um Moore stürzt viele Republikaner in einen tiefen Konflikt. Da sie im Senat nur einen Zwei-Stimmen-Vorsprung vor den Demokraten haben, wäre eine Niederlage Moores im Dezember ein herber Schlag für sie. Andererseits geht Moore mit seinen extremen Positionen dem republikanischen Establishment stark gegen den Strich. Er tritt gern mit Cowboyhut und Pistole auf, ist gegen Muslime und Homosexuelle, tritt für uneingeschränkte Waffenrechte ein und dafür, „Gottes Gesetz“ über die Verfassung zu stellen.

Zwei Mal wurde er ins Oberste Gericht Alabamas gewählt und zwei Mal entlassen: Erst weigerte er sich, eine steinerne Tafel mit den zehn Geboten vor dem Gerichtsgebäude zu entfernen, dann setzte er sich über ein Urteil des höchsten US-Gerichts zu Homo-Ehen hinweg.

dpa

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