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Politik im Rest der Welt Warum es in der NSU-Wohnung brannte
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02:23 26.06.2013
Beate Zschäpe (M.) soll die Wohnung angezündet haben. Quelle: Foto: dpa

Sie hatte wenig Zeit, doch sie wollte nichts dem Zufall überlassen: Beate Zschäpe hat am 4. November 2011 als mutmaßliche Brandstifterin in der Zwickauer Frühlingsstraße 26 offenbar gründliche Arbeit geleistet. Unmittelbar nach dem Auffliegen des NSU und dem Suizid von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt soll sie die gemeinsame Wohnung angezündet haben. Dabei wurde an insgesamt 19 Stellen Benzin als Brandbeschleuniger verteilt. Das bestätigte der zuständige Brandursachenermittler Frank L. gestern im NSU-Prozess.

Als die um Feuerwehr eintraf, hatte eine mächtige Detonation mehrere Wände weggesprengt. Teile der Wohnung im ersten Obergeschoss lagen offen, Wände waren verrückt, meterhohe Flammen schossen in den Himmel. „Es war ein Flächenbrand“, sagte K. vor Gericht. „Alle Räume wurden schlagartig mit einer Flammenfront belegt. Ein starker Benzingeruch lag in der Luft.“ Ob und wie Zschäpe die Zündung konkret auslöste, ist weiterhin unklar. Die Hauptangeklagte äußert sich vor Gericht weiterhin nicht. Sie ist unter anderem wegen besonders schwerer Brandstiftung angeklagt — in Tateinheit mit versuchtem Mord: Zschäpe wusste, dass in der Nachbarwohnung eine ältere gehbehinderte Frau lebte und Handwerker im Dachgeschoss arbeiteten.

Regungslos betrachtete die Angeklagte gestern Hunderte Bilder der Brandruine. Sie dokumentierten nicht nur das Ausmaß der Zerstörung, sondern auch die Form des Zusammenlebens: Es gab ein gemeinsames Schlafzimmer, ein Wohnzimmer mit Arbeitsbereich, einen Sportraum mit Laufband und Hantelbank, ein „Katzenzimmer“.

Die Wohnung glich einer Festung: Die Eingangstür war mit einem Querriegel aus Stahl und mehreren Schlössern gesichert. Gleich vier Überwachungskameras hatten das Umfeld im Blick. Zumeist waren sie in Blumenkästen versteckt. Im Keller waren Bewegungsmelder installiert. In der Wohnung selbst fanden die Ermittler insgesamt elf Waffen und einen geöffneten Tresor.

Auf den Wohnungsskizzen war zudem ein viertes Bett zu sehen — mit einem Fernsehgerät davor. Hatte das NSU-Trio regelmäßig Übernachtungsgäste? Die Frühlingsstraße 26 gibt noch einige Rätsel auf.

Patrick Tiede

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