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Will er – oder will er nicht?

München Will er – oder will er nicht?

Mitte April ist klar, ob Horst Seehofer als CSU-Chef und Ministerpräsident weitermacht. Alle warten auf seine Entscheidung.

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Horst Seehofers Maxime: „Sie müssen wollen, Sie müssen können, und Sie müssen gewinnen.“ Auch für sich legt der 67-Jährige die Meßlatte hoch.

Quelle: Foto: Dpa

München. . Nein, sagt Horst Seehofer, noch sei nichts entschieden. „Ich wundere mich, was andere wissen, was ich denken soll oder schon entschieden habe.“ Und doch wächst in der CSU die Erwartung, dass der 67-Jährige doch noch kein Polit-Rentner sein will. Dass er – entgegen früheren Ankündigungen – nach der Bundestagswahl im Herbst noch einmal als CSU-Parteivorsitzender und 2018 noch einmal als bayerischer Ministerpräsident antreten will.

Am 24. April soll Klarheit herrschen. Dann will Seehofer in den CSU-Gremien verkünden, wie seine Zukunftspläne aussehen – also gut eineinhalb Wochen früher als zuletzt geplant. Bislang hatte er angekündigt, sich bis zur Aufstellung der CSU-Landesliste für die Bundestagswahl am 6. Mai zu erklären. Nun soll es schneller gehen.

Den Ausschlag geben dürfte vor allem ein ausführlicher Gesundheitscheck, dem sich Seehofer in den Osterferien unterziehen will. „Sie müssen wollen, Sie müssen können, und Sie müssen gewinnen – das ist die Maxime, die ich mir selber anlege und die ich auch an andere anlege“ – so zählt Seehofer vor einer CSU-Vorstandssitzung am Montag die entscheidenden Kriterien auch fürs künftige CSU-Spitzenpersonal auf. Er könne zudem „nur immer wieder werben, vor diesen Ämtern Respekt zu haben. Manche glauben ja, das kann man so aus dem Handgelenk machen.“

„Wenn er bereit ist, weiter Verantwortung für die Partei zu übernehmen, dann hat er die volle Unterstützung“, sagt Parteivize Manfred Weber. Und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner lobt Seehofer als „sehr starke Figur“ mit einer starken bundespolitischen Durchschlagskraft. Generalsekretär Andreas Scheuer nennt Seehofer Verhandlungsgeschick einfach „de luxe“. „Wir sind schon in sehr guten Händen.“ Und auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagt, Seehofer führe das CSU-Team an – „und ich gehe davon aus, dass dies auch noch längere Zeit so exzellent bleiben kann“.

Seehofer sagt dazu, der entscheidende Satz sei, dass alle von einer „höchstpersönlichen Entscheidung“ sprächen. „Und deshalb ist es jetzt gut, dass ein paar Tage kommen, wo man die Fragen – Wollen, Können, Gewinnen – entscheiden kann.“ Aber freut ihn die Fürsprache? „Wissen Sie, ich mache mir da gar nichts vor, im Positiven wie im Negativen“, sagt er. „Wenn es gut läuft, wird alles überzeichnet. Und wenn es schlecht läuft, wird schon das Staatsbegräbnis vorbereitet.“

Derzeit fühlt sich Seehofer tatsächlich obenauf. „Die letzte Woche war wieder mal ein Beispiel dafür, dass an Bayern vorbei nichts entschieden wird“, sagt er über den Berliner Koalitionssausschuss und die Maut-Entscheidung. „Wir haben alles das durchgesetzt, was wir wollten, und alles das, was wir nicht wollten, verhindert.“

Auch seine zwischenzeitliche Überlegung, das Amt des Parteichefs an den CSU-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl abzugeben, ist fast schon vergessen – auch wenn Seehofer betont, es sei noch nichts entschieden. Dass er selbst nach Berlin wechseln wird, gilt als ausgeschlossen. Als möglich gilt dagegen, dass er auf dem Papier der Spitzenkandidat wird, aber in München bleiben wird.

Fakt ist: Wenn Seehofer noch einmal will, müsste sich insbesondere Finanzminister Markus Söder als aussichtsreichster Nachfolgekandidat in Geduld üben. Fakt ist aber auch: Wenn Seehofer noch einmal will, dann aber die Bundestagswahl für die Union verloren gehen sollte, werden die Karten noch einmal ganz neu gemischt.

Christoph Trost

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