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Politik im Rest der Welt ZDF-Sommerinterview: Seehofer ohne Selbstkritik
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16:15 26.08.2018
Bundesinnenminister Horst Seehofer blickt im ZDF-Interview optimistisch auf die Bayernwahl und die Große Koalition. Quelle: imago/Jens Schicke
Berlin

Die Sommerpause ist vorbei, Horst Seehofer geht wieder in die Offensive. Das Umfeld passt dazu: Bettina Schausten interviewt den Bundesinnenminister und CSU-Chef auf der Tartanbahn der Bezirkssportanlage Mitte im heimatlichen Ingolstadt. Das Gespräch wurde am Sonntagnachmittag aufgezeichnet und wird um 19.10 Uhr in „Berlin direkt“ ausgestrahlt.

Seehofer geht bestens gelaunt in den Endspurt um die Bayernwahl: „Wir müssen uns anstrengen, aber wir können die absolute Mehrheit durchaus verteidigen“, das aber nur „im Schulterschluss zwischen Markus Söder, mir und anderen.“ Nach dem heftigen Koalitionskrach um die Zurückweisungen an der bayerisch-österreichischen Grenze wirkte Seehofer den ganzen Sommer hindurch angeschlagen und müde. Nun strotze er wieder vor Selbstbewusstsein. Von Selbstkritik keine Spur: Der von ihm vom Zaun gebrochene Streit sei richtig gewesen: Die „Migrationsfrage ist die wichtigste Frage für Deutschland und Europa“, belehrte er, „da darf man schon einmal eine Diskussion führen“. Und er, Seehofer, werde liefern. Ein Flüchtlings- und Rücknahmeabkommen mit Italien stehe kurz vor dem Abschluss. Wenn Italien sich bereiterkläre, abgewiesene Asylbewerber mit laufendem Verfahren zurückzunehmen, werde Deutschland im Gegenzug aus Seenot gerettete Migranten „etwa in gleichem Umfang“ aufnehmen.

Ein gut gelaunter Seehofer wollte auch „nicht den Hauch eines Streites“ beim ergebnislosen Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt am Sonnabend erkannt haben. Bereits am Dienstag würden Partei- und Fraktionsvorsitzende weiterverhandeln, in den kommenden Wochen und Monaten werde die Koalition mehrere Kernthemen abschließen: Rente, Miete, Einwanderungsgesetz.

Die einzigen Spitzen verteilte Seehofer in Richtung der Sozialdemokraten, die sich in der Rentenfrage profilieren wollen: „Die SPD soll die Leute nicht verunsichern“, kritisierte er. Die Renten seien „stabil auf Jahre hinaus“, und im Gegensatz zu Olaf Scholz möchte er für die Zeit nach 2025 „den Sachverständigen nicht vorgreifen“.

Von Jan Sternberg/RND

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