Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Zähes Ringen um Atom-Programm
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Zähes Ringen um Atom-Programm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:24 09.11.2013
Bemüht: Mohammed Sarif, Guido Westerwelle, Catherine Ashton.
Genf

Im Atomstreit mit dem Iran rangen Außenminister der beteiligten Staaten mit den Unterhändlern Teherans gestern bis zum Abend um die Details einer Übergangslösung. Beide Seiten berichteten nach der Verlängerung des Treffens über Fortschritte, aber auch bestehende Meinungsverschiedenheiten. „Wir haben ein klares Ziel: Dass eine atomare Bewaffnung des Iran in jedem Fall verhindert werden muss. Dem dienen hier diese Verhandlungen“, sagte der amtierende Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP).

Nach dem Willen Teherans soll die Verhandlung mit den fünf Vetomächten plus Deutschland nicht noch in einen vierten Tag gehen. Notfalls werde es ein neues Treffen geben, sagte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi.

Beobachtern zufolge gab es aber auch Reibereien innerhalb der 5+1-Gruppe, die aus den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats plus Deutschland besteht. Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte dem Radiosender France Inter, unter den Streitpunkten seien die Anreicherung von Uran auf höhere Konzentrationen sowie ein Baustopp für den Schwerwasserreaktor in Arak. Dieser soll im nächsten Jahr zu Forschungszwecken in Betrieb gehen. In Schwerwasserreaktoren fällt Plutonium an, das für die Bombenproduktion verwendet werden könnte. „Für uns ist das eine absolut ernste Angelegenheit“, so Fabius. Von manchen Teilnehmern war von einer französischen „Blockade“ die Rede.

Auf dem Verhandlungstisch lag eine Übergangslösung. Demnach soll Teheran sein Atomprogramm zunächst aussetzen. Im Gegenzug sollen einige Wirtschaftssanktionen aufgeweicht oder auf ausländischen Bankkonten blockierte Gelder aus Öleinnahmen freigegeben werden.

In einem zweiten Schritt soll dann über ein umfassenderes und dauerhafteres Abkommen verhandelt werden. Dieses soll sicherstellen, dass der Iran nicht unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an Nuklearwaffen arbeitet. Teheran will diese Sorge ausräumen, fordert aber im Gegenzug die Anerkennung des Rechts auf ein ziviles Atomprogramm, einschließlich der Urananreicherung auf bis zu fünf Prozent, sowie die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die altgediente Kanzlerin und ihr vermutlicher neuer Vize demonstrieren erstaunliche Nähe.

09.11.2013

Deutschland gedenkt der Opfer der Nazi-Pogromnacht vor 75 Jahren.

09.11.2013

Viel ist ja nicht zu hören von George W. Bush, außer dass das Urteil über ihn um so milder ausfällt, je weiter seine Amtszeit zurückliegt und je glückloser sein Nachfolger amtiert.

09.11.2013
Anzeige