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Zahlt Donald Trump überhaupt Steuern?

New York Zahlt Donald Trump überhaupt Steuern?

Die Veröffentlichung von Hillary Clintons Steuererklärung erhöht den Druck auf Donald Trump.

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Donald Trump rechnet im Wahlkampf vor, welche Summen Hillary Clinton von Hedge Fonds bekommt. Über seine eigene Steuerlast schweigt er aber.

Quelle: Cristobal Herrera/dpa

New York. . Donald Trump spricht gerne über Steuergerechtigkeit. Aber was der Präsidentschaftskandidat der Republikaner selbst an den Fiskus zahlt, ist ein Mysterium. Er weigert sich bis jetzt trotz aller Kritik, seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Der Mann, der den Namen seiner Rivalin Hillary Clinton – die ihre Steuern am Freitag offenlegte – nicht ohne den Zusatz „crooked“ (betrügerisch) nennt, könnte gute Gründe für seine Diskretion haben. Recherchen der „New York Times“ kommen zu dem Schluss, dass der Immobilien-Mogul und TV-Star womöglich überhaupt keine Steuern zahlt.

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Die Veröffentlichung von Hillary Clintons Steuererklärung erhöht den Druck auf Donald Trump.

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Erst vor wenigen Tagen versprach Trump den US-Bürgern im Falle seiner Wahl massive Steuergeschenke. „Für viele amerikanische Arbeiter wird der Steuersatz bei null liegen“, kündigte er am Montag in einer Rede in Detroit an. Null – das ist auch eine Zahl, die sich Experten mit Blick auf Trumps eigene Steuerabgaben gut vorstellen können. „Es wäre sowohl möglich als auch legal, dass Donald Trump geringe oder gar keine Einkommenssteuer zahlt“, sagte Steuerberater Len Green der „New York Times“. Andere Fachleute pflichteten ihm bei.

Aber wie kann es angehen, dass ein Unternehmer, der sein Vermögen selbst auf mehr als zehn Milliarden US-Dollar (8,96 Milliarden Euro) taxiert, keine Steuern zahlen muss? Als Immobilienentwickler genieße Trump Vorteile, die zu den großzügigsten im US-Steuerrecht gehörten, heißt es in dem Zeitungsbericht. Es sei üblich, dass Baulöwen trotz Hunderten Millionen Dollar Umsatz ungeschoren am Fiskus vorbeikämen. Die Branche sei „berüchtigt“ für Steuerabzüge, wird Steven M. Rosenthal zitiert, ein Fachanwalt für Steuerrecht vom Tax Policy Center.

Als Immobilien-Mogul könne man in den USA immense Ausgaben etwa für Abschreibungen, Zinsen oder operative Kosten geltend machen. Dadurch könnten Unternehmer wie Trump auf dem Papier Verluste ausweisen, um ihr zu besteuerndes Einkommen zu drücken. Dazu käme, dass die Immobilienentwickler viel eigenen Ermessensspielraum bei den Angaben hätten und ihre Projekte häufig mit vielen Schulden finanzierten, was beim Finanzamt ebenfalls entlastend wirken könnte. Dass es solche Steuerschlupflöcher überhaupt noch gebe, sei nicht zuletzt der aggressiven Lobbyarbeit der Branche zu verdanken.

Die letzten öffentlich bekannten Steuererklärungen von Trump stammen aus den 1970er Jahren. Sie zeigen der „New York Times“ zufolge, dass er 1978 und 1979 gar keine und in den Vorjahren nur sehr geringe Beträge an Einkommenssteuer auf Bundesebene gezahlt hat. Wie es heute aussieht, kann nur vermutet werden. Denn Trump lehnt es bisher ab, Transparenz zu schaffen. Er schert sich nicht um die Jahrzehnte alte Tradition, dass US-Präsidentschaftsanwärter ihre Steuererklärung offenlegen. Anfangs hatte Trump das noch erwogen, dann entschied er, dass diese Zahlen niemanden etwas angingen.

Dass Konkurrentin Clinton ihre Steuererklärung nun publik machte, erhöht den Druck auf Trump. Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten nahm den Angaben zufolge mit ihrem Mann Bill 2015 insgesamt 10,6 Millionen Dollar ein. Davon zahlten sie 34,2 Prozent Bundessteuern. Der Anteil aller Steuern belief sich auf 43,2 Prozent. Der Seitenhieb auf Trump folgte prompt: „Was hat er zu verbergen?“, fragte die Clinton-Kampagne nach Veröffentlichung der Zahlen.

Trump aber dürfte den Sturm der Entrüstung noch gut in Erinnerung haben, den Mitt Romney – der letzte Kandidat der Republikaner – vor vier Jahren mit seiner Steuererklärung erntete.

Romney galt mit einem Einkommenssteuersatz von 14 Prozent plötzlich als Inbegriff der privilegierten Finanzelite. Sollte sich zeigen, dass Trump noch weniger zahlt, könnte seine Kampagne, die stark auf Geringverdiener zielt, heftig darunter leiden.

Aufholjagd in Umfragen

Ungeachtet seiner jüngsten Fehltritte – Donald Trump kann in Umfragen den Abstand zu Hillary Clinton wieder ein wenig verkürzen. Landesweit liegt er im Schnitt der jüngsten Umfragen knapp acht Punkte hinter Clinton. Auch in fast allen Swing States hat Clinton die Nase mehr oder weniger klar vorn – sogar in den „roten“ Republikaner-Staaten North Carolina und Georgia. Die muss Trump gewinnen, will er überhaupt eine Chance auf einen Wahlsieg haben.

Trump Tower: Zehn Stockwerke fehlen

. Dass sich der umstrittene US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump in seinen Wahlkampfreden gerne mal von den Fakten löst, ist inzwischen allgemein bekannt. Die waghalsige Kletteraktion eines 19-jährigen Fans am Trump Tower am vergangenen Mittwoch brachte nun aber zutage, dass es der Immobilienmilliardär auch sonst mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt.

Nach Angaben seines Konzerns verfügt der Glasturm an New Yorks Fifth Avenue über 68 Stockwerke, von denen Trump die letzten drei selbst bewohnt. Nach dem Verzeichnis der zuständigen New Yorker Behörde (CTBUH) hat der Wolkenkratzer mit seiner gläsernen Fassade aber nur 58 Stockwerke. CTBUH-Pressesprecher Benjamin Mandel geht nun davon aus, dass Trump ein wenig übertrieben habe, „um genau zehn Etagen“.

Dahinter stehen eine Reihe von Gründen, sagt Mandel: Zum einen wird der 13. Stock aus Rücksicht vor abergläubischen Menschen gerne ausgelassen, zum anderen „übertreiben Bauunternehmer gerne bei den Etagen-Angaben, um ihre Gebäude höher wirken zu lassen, als sie sind“, erklärte er.

Hannes Breustedt

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