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Zschäpe wollte laut „Bild“ ursprünglich aussagen

Extremismus Zschäpe wollte laut „Bild“ ursprünglich aussagen

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe wollte einem Zeitungsbericht zufolge vor der Anklageerhebung doch aussagen.

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Wegen Mordes angeklagt: Beate Zschäpe .

Quelle: Bundeskriminalamt

Berlin. Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe wollte einem Zeitungsbericht zufolge vor der Anklageerhebung doch aussagen. Außerdem habe sie einen Wechsel ihrer Anwälte erwogen, berichtete die „Bild“-Zeitung am Montag. Zschäpes Anwälte bestritten dies in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Der Vermerk, auf den sich die „Bild“-Zeitung beziehe, beinhalte zwar eine grobe Zusammenfassung eines Gesprächs zwischen Beamten des Bundeskriminalamtes und ihrer Mandantin während eines Gefangenentransportes. Zschäpe habe darin aber „keine Äußerungen zur Sache abgegeben“, hieß es. Mit ihrer Mandantin arbeiteten sie im Übrigen vertrauensvoll zusammen.

Gleichzeitig bekräftigten die drei Verteidiger der 37-Jährigen, dass sie weiter schweigen werde. „Sie wird auch in der Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht München sowie in deren Vorfeld keine Erklärungen zur Sache abgeben“, sagten Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Sturm ergänzte gegenüber der Tageszeitung „taz“ (Dienstag): „Wir raten unserer Mandantin, sich gegenwärtig nicht zu äußern. Sie vertraut uns.“ Das entspreche ihrem Willen.

Die Anwälte der Opfer appellierten im „Tagesspiegel“ an Zschäpe, ihre Strategie nochmals zu überdenken. Noch sei ein Geständnis möglich, sagte Stephan Lucas, Anwalt der Angehörigen des ersten Mordopfers Enver Simsek. „Ein Geständnis wäre für die Hinterbliebenen sehr bedeutsam, denn Frau Zschäpe ist die einzige, die als Zeitzeugin zur Verfügung steht“, sagte Lucas dem Blatt. Ähnlich äußerte sich Bernd-Michael Manthey, der die Ehefrau des in München ermordeten Habil Kilic vertritt. „Die Opfer wollen verstehen, was passiert ist.“

Die „Bild“-Zeitung bezog sich auf ein ihr vorliegendes, zwölf Seiten langes Gesprächsprotokoll. Danach habe die 37-Jährige während eines Gefangenentransportes am 25. Juni gegenüber Beamten des Bundeskriminalamtes BKA deutlich gemacht, sie habe sich im November vergangenen Jahres gestellt, um auszusagen. Ihre Anwälte rieten ihr aber ab, deshalb sei sie unsicher.

Sturm nannte den „Bild“-Bericht „eine unzutreffende Zusammenfassung eines Vermerks des BKA, welcher zudem mehrere Monate alt ist“. Dem Bericht zufolge war Zschäpe mit dem Gefangenentransport von Köln nach Gera und zurück gebracht worden, damit Mutter und Großmutter sie im Gefängnis von Gera besuchen konnten.

Die Bundesanwaltschaft hat Zschäpe Anfang November wegen Mittäterschaft an zehn Morden sowie an Anschlägen und Banküberfällen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angeklagt.

Bundeskriminalamt und Bundesanwaltschaft (GBA) wollten sich zu dem Artikel nicht äußern. „Frau Zschäpe hat sich zu den Tatvorwürfen weiterhin nicht eingelassen“, sagte ein GBA-Sprecher lediglich. Auch die Existenz des BKA-Gesprächsprotokolls wollte er nicht bestätigen.

Zschäpes Kölner Anwalt Heer hatte der Nachrichtenagentur dpa schon in der vergangenen Woche gesagt, dass Zschäpe nicht aussagen werde: „Weil es in der Verteidigungsstrategie angesichts der auf zahlreichen reinen Vermutungen basierenden Anklagevorwürfe keine Alternative gibt. Da sind wir uns mit Frau Zschäpe einig.“ Den Vorwurf der Mittäterschaft Zschäpes hatte Heer zurückgewiesen.

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