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17:54 31.05.2018
Essen nur gegen Ausweis: Im Bürgerkriegsland Jemen versuchen Kinder, an der Ausgabestelle Nahrung zu ergattern. Quelle: AP
Berlin

Der 1. Juni ist ein Tag zum Feiern. Jedenfalls für uns in Deutschland. An diesem Freitag begeht die Welt den Internationalen Kindertag – für uns ist das ein guter Tag. Die allermeisten Kinder wachsen hier gesund und behütet auf und dürfen lernen. Auch wenn noch nicht alles erreicht ist: Unsere Gesellschaft bemüht sich, Mädchen und Jungen gleiche Chancen zu geben. Und obwohl nicht alle hier in Wohlstand leben und Armut zu viele trifft, eins ist gewiss: Hier muss kein Kind verhungern oder an einer vermeidbaren Krankheit sterben. Kinderarbeit ist verboten, die Kinderehe auch.

Ich war gerade im Jemen. Dort sieht es für die meisten Kinder ganz anders aus. Dort ist keine Zeit zum Feiern. Im Jemen tobt ein bitterer Krieg. Millionen Kinder haben kein Zuhause mehr, kein sauberes Wasser, viele sehen nie einen Arzt. Ich habe in einem unserer Gesundheitszentren hungernde Kinder in den Armen gehalten, die zu schwach zum Weinen waren. Überall auf der Welt beobachten wir, dass Mädchen um ihre Kindheit betrogen werden. Weil sie nicht lernen dürfen, weil sie früher arbeiten müssen, schwanger werden, zwangsverheiratet werden, Gewalt erleiden.

Im Namen aller Kinder sollten wir den Kindertag deshalb nicht nur zum Feiern nutzen. Sondern die Regierungen dieser Welt, auch unsere, daran erinnern, dass mehr getan werden muss für die Kinder dieser Welt. 2015 hat sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet, bis 2030 Armut zu beenden und so dabei zu helfen, dass alle Kinder eine gute Kindheit erleben können. Noch ist Zeit, das Ziel zu erreichen.

Susanna Krüger ist Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland.

Von Susanna Krüger

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