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Seite Drei 100 Geschichten zur 100. Tour
Nachrichten Seite Drei 100 Geschichten zur 100. Tour
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21:22 28.06.2013
Von Michael Berger
Auf Stil achteten die Tour-Teilnehmer schon immer: Hippolyte Aucouturier, der 1905 Zweiter wurde. Quelle: Foto: Aus dem besprochenen Band
Lübeck

Wenn die Experten der französischen Sportzeitung „L‘Equipe“ ein illustriertes Buch über die Geschichte der Tour de France vorlegen, darf man erwarten, dass profund und umfassend informiert wird. Das ist bei „100 Rennen, 100 Momente“ der Fall. Auch Leser, die sich nicht spezifisch für Radrennen interessieren, bekommen ein Stück Kultur- und Sportgeschichte geliefert, vom Start 1903 an, als der Verleger Henri Desgrange die spektakulärste aller Sportveranstaltungen erfand, um für seine Zeitung „L‘Auto“ (später: „L‘Equipe“) zu werben. Die Begeisterung in Frankreich war groß, doch erst epische Duelle und charismatische Fahrer wie Fausto Coppi und Gino Bartali machten die Tour nach 1945 international zum Ereignis.

Die Autoren verschweigen zwar nicht das Doping-Problem. „Die Große Schleife hat alles überdauert, sogar zwei Weltkriege, sie wird auch ein paar Betrüger überstehen, die die Anziehungskraft der Tour für ihre Zwecke missbrauchen“, heißt es da. Doch diese Position leugnet ein Dilemma der Tour: Erst durch die immer größeren Anforderungen, die die mehrere tausend Kilometer lange Rundfahrt stellt, wurde Doping für die Fahrer attraktiv — ja, einige meinten, das Martyrium ohne Hilfsmittel nicht durchstehen zu können. Die Mitschuld der Veranstalter am Sportbetrug ist ein Kapitel, das fehlt.

„Tour de France: 100 Rennen, 100 Momente“, Delius Klasing Verlag, 416 Seiten, 39,90 Euro

mib

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