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Seite Drei Assange verliert Zeit und Helfer
Nachrichten Seite Drei Assange verliert Zeit und Helfer
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21:23 24.06.2013
Eingesperrt: Julian Assange. Quelle: Foto: AFP
London

Er wollte einer Auslieferung nach Schweden — und später vielleicht in die USA — entgehen. Dort wird er verdächtigt, Sexualstraftaten begangen zu haben.

Würde er nur einen Fuß vor die Tür des roten Backsteingebäudes setzen, würde Assange sofort von britischen Polizisten festgenommen. Eine Tatsache, die nicht nur dem Internet-Rebellen die Zornesröte ins Gesicht treibt. Auch sein Gastgeber, der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patiño, sieht in der britischen Haltung eine Verletzung von Menschenrechten. In den nächsten Tagen will er Assange in der Botschaft besuchen und anschließend mit seinem britischen Kollegen William Hague sprechen. Optimistisch sind aber nur wenige.

Zumal die Zahl von Assanges Unterstützern bröckelt. Die Flucht in die Botschaft hat diejenigen Prominenten verprellt, die einst viel Geld für seine Kaution hinterlegt hatten — die ist nämlich vermutlich weg. Filmemacherin Jemima Khan etwa, die einen Film über Wikileaks mitproduziert hat, sagt: „Ich habe ihm Geld gegeben, damit er freikommen konnte, während er auf seinen Prozess wartet. Nicht dafür, dass er Antworten verweigert.“

Assange hat sich mit Journalisten genauso überworfen wie mit einstigen Mitstreitern. Viele frühere Unterstützer werfen ihm vor, Wikileaks verraten zu haben, um das eigene Fell zu retten.

LN

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