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Die FDP wird abgewickelt: Rösler geht, Lindner kommt

Berlin Die FDP wird abgewickelt: Rösler geht, Lindner kommt

Ex-Landeschef Jürgen Möllemann taufte ihn Bambi: 2000 zog Christian Lindner als jüngster Abgeordneter in den Düsseldorfer Landtag ein. Jetzt soll er die FDP retten.

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„Wir wissen, dass wir bewusst abgewählt wurden“, sagt der glücklose Noch-Parteichef Philipp Rösler — und verlässt die politische Bühne.

Berlin. Der Tag danach ist Tag eins in der Geschichte der FDP als APO. Kürzlich hätte man noch angenommen, dass diese beiden Kürzel nie und nimmer zusammenpassen. Aber seit gestern sind die Liberalen in der Rolle der Außerparlamentarischen Opposition, kurz APO. Am Tag eins sagt Volker Wissing: „Wir sind optimistisch und schauen nach vorn.“ Als einige Journalisten zweifelnd nachfragen und nach Anzeichen von Verzweiflung im Gesicht des rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden suchen, lächelt er. „So einfach ist das!“ Dreht sich um und verschwindet hinter der dunkelroten Tür des Protokollsaals.

Ausnahmsweise — und vorerst wohl zum letzten Mal — tagt die FDP-Fraktion im Reichstag. In der Geschäftsstelle der Partei hätte man an diesem Tag heftig zusammenrücken müssen. Denn nicht nur die 93 Abgeordneten sind zur Sitzung erschienen, auch der Bundesvorstand mit fast 60 Mitgliedern und die Spitzenvertreter der Landesverbände. Diese Treffen seien eine schöne Tradition nach Wahl-Sonntagen, sagt Noch-Fraktionschef Rainer Brüderle, als sei alles wie immer und die Sonne ins trübe Berlin zurückgekehrt.

Damit niemand glaubt, die Liberalen seien nun meschugge und wüssten nicht, was die Stunde geschlagen hat, wiederholt Brüderle sein Urteil vom Wahlabend. „Wir haben die härteste Niederlage erlebt.“

Nun gehe es darum — genau! — nach vorn zu schauen. „Wir sind voller Zuversicht, dass die FDP in vier Jahren in den Bundestag zurückkehren wird.“ Eine Neuausrichtung stünde an.

Eine „inhaltliche und personelle“, ergänzt Parteichef Philipp Rösler, der noch einmal klarstellt, dass dies ohne ihn an der Spitze geschehen wird. „Ich habe mein Amt zur Verfügung gestellt, damit der Weg frei ist.“ Eine Überraschung ist dies nicht mehr. Kurz darauf folgt der Rücktritt des gesamten Vorstands, der bereits Stunden vorher im Netz verbreitet wird.

Die Basis erwarte ein Signal, dass der Neuanfang wirklich ernst gemeint sei und die Gremien neu gewählt werden, sagt Wissing. Wann die Führung neu gewählt wird, ist noch offen.

Der Mann für die Neuausrichtung steht bereit. Christian Lindner, Parteivize und Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen, hat sich gestern nun auch offiziell um den Vorsitz beworben. Beim anschließenden Auftritt vor Journalisten erweckt Lindner keine Sekunde lang den Eindruck, als fürchte er die Herausforderung. Im Gegenteil. Wüsste man es nicht besser, könnte man vermuten, das historische Wahldebakel komme nicht ungelegen. Selbstbewusst war der talentierte Rethoriker schon immer. Ende 2011 warf er den Posten als Generalsekretärs hin, weil er dem Kurs von Rösler nicht mehr folgen wollte. Ein Satz dürfte Rösler besonders schmerzen. Er werde der liberalen Partei den Respekt zurückgeben, den sie verdiene, sagt Lindner.

Zum Abschied gab‘s ein augenzwinkerndes „Auf Wiedersehen“. Lindner wartete auf eine neue Chance.

Die erste kam 2012. Er wird Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP in Nordrhein-Westfalen, die in den Umfragen bei zwei Prozent dümpelt. Mit gut acht Prozent ziehen die Liberalen schließlich in den Landtag, wo Lindner im Jahr 2000 als jüngster Abgeordneter erstmals auf sich aufmerksam machte. „Bambi“ taufte ihn sein Förderer, der damalige Landeschef Jürgen Möllemann. Er wolle seine Partei in den Bundestag zurückführen, verspricht der 34-Jährige. Zweifel? Keine.

Und die Fehlersuche? Gibt es sie? Glaubt man Teilnehmern der gestrigen Sitzung, so fiel die „Analyse“ zurückhaltend aus. Es gab kein Scherbengericht, kein Zeter und Mordio. Noch-Außenminister Guido Westerwelle schwieg.

Gabi Stief

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