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18:24 09.04.2016

Ob Kanufahren, Trekking, Klettern, Jagen oder Angeln: Der Outdoor-Sektor boomt. Jährlich werden Milliarden-Umsätze erzielt, sagt Mark Held vom Verband der European Outdoor Group (EOG). Nachgefragt werde vor allem geeignetes Schuhwerk, gleich an zweiter Stelle rangiere die richtige Bekleidung, gefolgt von Rucksäcken, Zelten, Schlafsäcken und Matratzen. Vor allem der Klettersport beschere im übrigen gute Verkaufszahlen.

Die größten europäischen Märkte sind laut EOG Deutschland, Großbritannien, Irland und Frankreich mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum zwischen zwei und drei Prozent. Aber auch Spanien und Italien sowie Skandinavien verzeichnen eine große Nachfrage. „Die Situation ist dabei von einem harten Konkurrenzkampf um Kunden geprägt“, so Held.

Es handele sich nicht um einen kurzlebigen Trend, sondern um eine grundlegende Entwicklung, die der Sehnsucht nach Bewegung in freier Natur geschuldet sei.

Umfragen der Hamburger Stiftung für Zukunftsforschung ergaben, dass rund zehn Prozent der Bevölkerung Extrem-Urlaub machen. Darunter doppelt so viele Männer wie Frauen — und zwanzigmal so viele junge Leute wie Senioren über 65. Nicht nur die Nachfrage steige, auch das Angebot. Dabei lassen sich die Deutschen ihren Urlaub pro Jahr und Person im Schnitt 1000 Euro kosten.

„Urlaub bleibt in Deutschland die populärste Form des Glücks“, weiß der Freizeit- und Gesellschaftsforscher Ulrich Reinhardt, der Leiter der Hamburger Stiftung. Urlaub finde meist „draußen“ statt. Es gehe um Erholung und Kontrast zum Alltag. Der Alltag sei durch Routine gekennzeichnet, das Bedürfnis „auszubrechen“ spiele eine große Rolle. „Wir identifizieren uns nur noch begrenzt über unsere Arbeit und dafür zunehmend über die Sachen, die wir in unserer Freizeit machen.“ Hinzu komme ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft: „Naturverbundenheit ist wieder ,in‘“, so Reinhardt.

Speziell der Bereich Jagd und Angeln werde für die Freizeitgestaltung immer interessanter, führt Marcus Börner vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein aus. „Die Zahl der Jäger und Angler hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen.“ Es gehe darum, die Natur „mit allen Sinnen“ zu erleben. Einerseits ein positiver Trend, den der Verband begrüße. Andererseits sei es wichtig, möglichen Gefahren und unnötigen Störungen der Natur aus dem Weg zu gehen. „Wir sehen auch eine Aufgabe darin, an einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu appellieren.“ stö

LN

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