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„Die Poesie war unser Asyl“: Das Grauen im Ghetto

Lübeck „Die Poesie war unser Asyl“: Das Grauen im Ghetto

Als Marcel Reich-Ranicki Ende der 90er Jahre sein Leben aufschrieb, sollte es ein Abschluss sein — er ging damals auf die 80. Doch es kam anders: Er überlebte seine Autobiografie um 14 Jahre, und sie war kein Abschluss, sondern ein Einschnitt in seinem Leben.

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Matthias Schweighöfer als Reich-Ranicki.

Quelle: WDR

Lübeck. Zumindest, was seine öffentliche Wahrnehmung anging. Zum ersten Mal schrieb er ausführlich von dem, was er als Jude im Warschauer Ghetto erlebt hatte, und die Öffentlichkeit war bewegt.

Reich-Ranicki war damals ein berühmter Mann — berühmter, als ein Literaturkritiker es je erwarten könnte. Das Publikum liebte ihn für seine polemische Schärfe, seinen Wortwitz und seine Marotten.

Aber dass dieser Mann das Schrecklichste erlebt hatte, was ein Mensch erleben kann, dass er nur durch eine Kette von Zufällen den Vernichtungskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands überlebt hatte, dass die deutsche Literatur ihm auch deshalb so viel bedeutete, weil die Deutschen ihn so grauenhaft enttäuscht hatten: Das wurde der breiten Öffentlichkeit erst jetzt bekannt.

„Mein Leben“ ist ein verstörendes Buch. Es reicht von der Kindheit in Polen bis weit in die Nachkriegszeit. Aber das, was am meisten haften bleibt, ist die Schilderung des Warschauer Ghettos. Sie schont den Leser nicht. Sie beschreibt, wie es wirklich zuging. Sie berichtet von dem Sadismus der Täter, von den Helfershelfern im Ghetto, von der Rettung gegen alle Wahrscheinlichkeit. „Immer wieder haben wir versucht, unsere Trauer zu vergessen und unsere Angst zu verdrängen. Die Poesie war unser Asyl, die Musik unsere Zuflucht.“

Das Buch wurde bis heute mehr als 1,2 Millionen Mal verkauft. 2009 wurde es verfilmt. Matthias Schweighöfer spielte in dem ARD-Fernsehfilm „Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben“ die Hauptrolle.

kab

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