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Eine Chance für die Bio-Betriebe

Bruessel Eine Chance für die Bio-Betriebe

Die Agrar-Reform der Europäischen Union im Detail: Fragen und Antworten zur Zukunft der Landwirtschaft auf dem Kontinent.

Brüssel — Bei der EU-Agrarförderung geht es um viel Geld, 52 Milliarden Euro vergibt die Gemeinschaft allein in diesem Jahr an ihre Landwirte. Nachdem sich die Vertreter der Mitgliedstaaten, der EU-Kommission und des Europaparlamentes vor einigen Wochen nach fast zweijährigen Verhandlungen auf eine Reform des Systems geeinigt hatten, machten nun die Agrarminister von Bund und Ländern den Weg für die nationale Umsetzung frei.

Was sind die Grundlinien der Reform? Es soll mehr Geld aus Brüssel für umweltfreundliches Wirtschaften sowie für kleinere Bauernhöfe geben. Die Unterstützung soll sich hauptsächlich nach der bewirtschafteten Fläche richten. Einzelne Mitgliedstaaten können aber auch weiterhin Zuschüsse nach Menge zahlen, was in der Vergangenheit zu den viel kritisierten „Milchseen“ und „Butterbergen“ führte. In Deutschland werden die Subventionen nur noch nach Fläche ausgezahlt.

Wie soll der Umweltschutz gestärkt werden? Ein Landwirt soll die volle Summe der ihm zustehenden Direktzahlungen nur bekommen, wenn er naturschonend wirtschaftet — sonst wird der Betrag um 30 Prozent gekürzt. Möglich ist es aber auch weiterhin, dass ein Betrieb bis zu 80 Prozent seiner Anbaufläche für eine Kultur — etwa Mais — verwendet. Die Landwirtschaftsminister der Bundesländer beschlossen, 4,5 Prozent der bislang direkt an Bauern gezahlten EU-Förderung in Programme zur Entwicklung der ländlichen Räume umzuschichten. Es handelt sich um 220 Millionen Euro. Profitieren könnten etwa Bio-Bauern.

Wie sollen kleine Höfe besser berücksichtigt werden? Auch große Konzerne erhalten millionenschwere Subventionen. Künftig werden die Zahlungen ab einem Betrag von 150 000 Euro pro Jahr um fünf Prozent gekürzt. Innerhalb eines Mitgliedslandes sollen die Subventionen einheitlicher gezahlt werden — bisher fließen in der EU 80 Prozent des Geldes an 20 Prozent der Betriebe, und zwar an die größten. Für kleinere Höfe sind Extrazahlungen geplant.

Welche anderen Hilfen soll es geben? Junge Landwirte unter 40 Jahren bekommen bereits heute eine Starthilfe. Sie soll nun während der fünf ersten Betriebsjahre um 25 Prozent aufgestockt werden. Auf mehr Geld können auch Bauern mit Höfen in geografisch ungünstigen Regionen, etwa im Gebirge, hoffen.

Wie soll das Geld zwischen den Mitgliedsländern verteilt werden? Große Länder wie Deutschland und Frankreich erhalten künftig weniger Geld, Länder im Osten der EU mehr. Deutschland bekommt bislang rund 5,4 Milliarden Euro an Direktzahlungen im Jahr, diese Summe soll bis 2020 auf fünf Milliarden Euro jährlich sinken.

LN

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