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Frühlingserwachen in Eutin

Eutin Frühlingserwachen in Eutin

Für die Landesgartenschau wird am Eutiner Schloss schon fleißig gebaggert, gepflastert und gepflanzt. Die Stadt soll noch attraktiver werden.

Ann-Christin Werner (l.) und Layla Hoyen (beide 26) vom Gartenschau-Team begutachten einen Werbeprospekt. Vor dem Eutiner Schloss wird gepflastert.

Quelle: Neelsen

Eutin. Es tut sich was im hübschen Eutin (Ostholstein), dem verträumten Residenzstädtchen mit seinem Schloss am See. Im Park des früheren Herzogssitzes wühlen Bagger das Erdreich auf, Zimmerleute errichten Gebäude, Landschaftsgärtner sind mit Pflasterarbeiten beschäftigt. Ums gesamte Areal ist ein endlos scheinender Maschendrahtzaun gezogen. Sonntags spazieren gehen am See — das geht nun während der Bauphase nicht mehr.

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Ann-Christin Werner (l.) und Layla Hoyen (beide 26) vom Gartenschau-Team begutachten einen Werbeprospekt. Vor dem Eutiner Schloss wird gepflastert.

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„Vorerst“, verspricht Martin Klehs (33). Er ist Geschäftsführer der Landesgartenschau 2016 (LGS), die Ende April in Eutin eröffnen soll. Und er hat eine Mission: Im Frühling, wenn alles grünt und blüht, soll das grüne Herz der Stadt rund um das Schloss schöner erwachen denn je um diese Jahreszeit. Mit einem Haushalt von 8,9 Millionen Euro will er dann 600000 Gartenfreunde anlocken, aus der Region und darüber hinaus. Klehs: „Wir sehen die Gartenschau als Motor für die Zukunft von Eutin.“

Und das geht nicht, indem einfach nur Blumen gesät werden. „Wir schaffen Anlagen, die die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellen“, so Klehs. „Blumen und Pflanzen sollen nicht nur betrachtet, sondern aktiv erlebt werden.“

Wie in den Hausgärten, die Gartenbaufirmen derzeit östlich vom Schloss vorbereiten. Buchenhecken sind gepflanzt, Wassergräben angelegt, künstliche Hügel errichtet und Findlinge gesetzt worden.

Anregungen für zu Hause

„Wir wollen Anregungen geben, die die Besucher mit nach Hause nehmen und dort selber umsetzen können“, sagt Gärtnermeister Reimer Meier (72) vom Fachverband Garten-Landschaftsbau, der die Arbeiten auf dem Gartenschaugelände begleitet. „Die Leute sollen sehen, was wir hier geschaffen haben, und sagen: ,Das kann ich zu Hause auch!‘“ Alles, was die Gäste in Eutin bewundern können, die Pflanzen, das Pflaster und selbst die lustig gestalteten „Hexenhäuschen“, die als Gartenlaube dienen, kann man kaufen.

Das gilt auch für die meisten Klettergerüste und Spielgeräte, von denen es eine ganze Menge gibt. Kein Wunder, denn, so Klehs: „Wir wollen besonders junge Familien ansprechen.“ Dazu, wie Besucher all das Gesehene am besten auf dem eigenen Rasen umsetzen können, gibt es in neuen Pavillons und alten Nebengebäuden des Schlosses jede Menge Tipps.

„Dies ist der Ort der unbegrenzten Möglichkeiten“, verheißt ein Schild vor einer halbfertigen Anlage mit vielen Steinen, die ein wenig japanisch wirkt. Das meiste aber ist bodenständige Spatenkultur.

Es gibt Bauerngärten, einen Dünengarten, einen Rosengarten. „Alles typisch für Schleswig-Holstein“, so Meier.

Holzwände mit Öffnungen zum Durchgucken entstehen an den Wegen. Die Besucher können so auf die Gärten schauen, als wären sie zu Hause und würden aus dem Fenster gucken.

Ein Stück weiter, westlich vom Schloss, ist der Küchengarten, in dem auch Kräuter und Apothekerpflanzen wachsen. Dahinter, umfasst von alten Mauern, haben Gärtner eine Plantage mit alten Obstbaumsorten angelegt. „Kesselbäume“, erklärt Meister Meier. Alte Sorten, wie die traditionell in Eutin beheimateten Äpfel „Cox Orange“ oder „Geheimrat Dr. Oldenburg“ sollen hier gedeihen. Die Bäume sind so geschnitten, dass man sie bequem pflegen und abernten kann. „So mochte man es in der Zeit des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV.“, weiß Meier. Auch das passt zu Eutin, denn aus der Epoche der barocken Nutz- und Lustgärten stammt das Eutiner Schloss.

Wie das im Küchengarten gezogene Gemüse verarbeitet wird, kann der Besucher vor der ehemaligen Orangerie des Schlosses erleben. Dort werden eine Show- und Kinderküche aufgebaut. Auf Bildschirmen wird übertragen, was in Töpfen und Pfannen entsteht. Auch Imker und Rassegeflügelzüchter sind zur LGS im Küchengarten zu Gast. „Man kann den Küken beim Schlüpfen zusehen“, kündigt Geschäftsführer Klehs an.

160000 Blumenzwiebeln

Natürlich werden Tausende Blumen auf dem gesamten, 27 Hektar großen Areal für viel Duft und Farbe sorgen. 160000 Blumenzwiebeln sind schon in der Erde. Und auf dem See vor dem Schloss wird ein Wassergarten mit einem Teppich von Seerosen erblühen. Dort, in der Stadtbucht, bauen Zimmerleute gerade ein breites Holzdeck aus sechs Zentimeter dicken Eichenbohlen. Darauf können die Gäste sich sonnen, direkt am Wasser — und auf die Schiffe warten. Die „MS Freischütz“ lädt zu Rundfahrten ein. Zudem bringen zwei elektrobetriebene Shuttles Gäste vom Haupteingang zur Seebühne der Eutiner Festspiele und zur Stadtbucht. Von dort ist es zum Seepark und dem Seestrand nicht mehr so weit.

Parallel zum Ausstellungsbetrieb laufen Veranstaltungen, etwa auf einer neuen Bühne, die vor dem Schloss errichtet wird. Daneben wird die ehemalige herzogliche Reithalle renoviert, ebenfalls für besondere Events.

Dank der Gartenschau haben nicht zuletzt die alten Fachwerk-Torhäuser unweit der Opernscheune ein Facelifting erhalten. Floristen und Gärtner wollen darin Stände aufbauen. Die Reetdächer sind neu gedeckt, morsche Fachwerk-Balken gewechselt und bröselige Steine denkmalgerecht ersetzt worden. „Mit Stadtsanierungsmitteln des Landes“, erläutert Martin Klehs. „Ohne die Gartenschau wäre die Sanierung der Nebengebäude wohl so schnell nicht möglich gewesen.“

Man darf gespannt sein auf diese Landesgartenschau, die Eutin auch auf Dauer zu einem noch attraktiveren Ziel machen soll. Denn 90 Prozent der neuen Anlagen bleiben erhalten, wenn die Ausstellung vorbei ist. Und dann, so Klehs, wird das Areal rund ums Schloss auch wieder frei zugänglich sein und keinen Eintritt mehr kosten.

Landesgartenschau Eutin

Vom 28. April bis 3. Oktober ist die LGS täglich von 9 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet (Einlass bis 19 Uhr).

Es gibt zwei Eingänge: den Haupteingang (Eingang Süd) an der Oldenburger Landstraße und den Eingang Nord in der Innenstadt am Eutiner Schloss.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 16 Euro, für unter 18-Jährige fünf Euro. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt, ebenso ebenso Kinder aus kinderreichen Familien ab dem vierten Kind.

Highlights sind Haus- und Kulturgärten, Märkte, Hallenschauen, ein Natur- und Erlebnispfad.

2000 Veranstaltungen sind auf der Schloss-, Festspiel- und Seeparkbühne sowie den Spiel- und Aktionsflächen geplant (www.eutin-2016.de).

Marcus Stöcklin

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