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Nachrichten Seite Drei In die Falle getappt
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18:25 14.01.2017
Von Andrea Schenkel

Eine halbe Million Frauen marschieren auf das Weiße Haus zu. Am Tag nach der Inauguration von Donald J. Trump wollen sie beim „Women's March on Washington“ mitlaufen. Rund um den Globus werden Schwestermärsche organisiert. Eigentlich eine gute Idee, Flagge zu zeigen gegen einen Präsidenten, der alle Tabus bricht. Einen Mann ohne jede für dieses Amt so notwendige Vision, der gegnerischen Geheimdiensten mehr vertraut als den eigenen, dessen Überzeugungen sich mit jedem Tweet ändern und dem Frauenrechte schnurz sind.

Nur: Schon jetzt sind sich die Organisatorinnen der Demonstration uneinig. Alle möglichen Gruppen und Gruppierungen versuchen, den Marsch für sich einzuvernehmen. Die ersten weißen Frauen melden sich zu Wort, die sich nicht mehr vertreten fühlen und deshalb nicht mehr mitlaufen wollen. Ist es noch eine Demonstration für die Frauenrechte allgemein oder eher eine für die Rechte der Frauen, die schwarz sind oder lesbisch oder einer anderen Minderheit angehören? Wissen sie alle noch, wofür sie ins Feld ziehen – und ob sie der neuen Regierung nicht womöglich nutzen?

Ich möchte laut rufen: „Trump ist gegen euch alle! Typen wie ihm ist es egal, welche Pussy er greift, er schreckt nicht einmal vor der 142 Jahre alten Statue of Liberty zurück.“

Ich sorge mich, wir könnten unsere Energie verpulvern. Dass wir Events veranstalten, statt Populisten zu entlarven. Wir müssen den vielen Trumps dieser Erde auf die Finger sehen, unaufgeregt und fundiert auf jeden Fehler aufmerksam machen, anstatt chaotisch durcheinanderzulaufen und dabei in die Fallen zu tappen, die sie uns stellen.

Andrea Schenkel, Autorin von „Tannöd“, arbeitet in New York

LN

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