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Seite Drei Jan Ullrich — Aufstieg und Fall eines großen Talents
Nachrichten Seite Drei Jan Ullrich — Aufstieg und Fall eines großen Talents
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20:10 22.06.2013

1993 wird Ullrich bei der Straßen-WM in Oslo mit 19 Jahren jüngster Amateur-Weltmeister. Zwei Jahre später hat er seinen ersten Profivertrag beim Team Telekom, fährt 1996 bei seinem TourDebüt auf einen sensationellen zweiten Platz und wird im Jahr darauf der erste deutsche Toursieger überhaupt. In den Folgejahren liefert er sich bei der Frankeich-Rundfahrt packende Duelle mit Lance Armstrong, wird 1999 Weltmeister im Zeitfahren und holt ein Jahr später in Sydney olympisches Gold.

2002 wird er positiv auf Amphetamine getestet, 2007 erklärt er seinen Rücktritt vom Profi-Radsport. Es finden sich Belege für Überweisungen Ullrichs an den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes, 2008 schließt Ullrich einen Vergleich mit der Bonner Staatsanwaltschaft und zahlt 250 000 Euro. Das Bundeskriminalamt ermittelt zwei Dutzend Aufenthalte von ihm bei Fuentes in Madrid. Anfang 2012 spricht ihn der Sportgerichtshof CAS schuldig, gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen zu haben. Seine sämtlichen Ergebnisse seit Mai 2005 werden annulliert. Wenige Tage später räumt er ein, Kontakt zu Fuentes gehabt zu haben.

Noch Mitte Juni greift er den ertappten Doper Armstrong an und erklärt, er habe immer gesagt, der werde nicht davonkommen. Jetzt gesteht er, selbst gedopt zu haben. Sein Toursieg werde ihm aber nicht aberkannt, sagt sein Berater Falk Nier: „Sportrechtlich ist das verjährt, daran ist nicht zu rütteln.“

LN

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