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Seite Drei „Jetzt nicht die Hose eng machen“
Nachrichten Seite Drei „Jetzt nicht die Hose eng machen“
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22:28 18.10.2013

Andrea Nahles (Foto) ist SPD-Generalsekretärin und auch als mögliche Ministerin im Gespräch.

Lübecker Nachrichten: Wird die Große Koalition Weihnachten stehen?

Andrea Nahles: Es wäre doch sicherlich im Interesse aller, dass die Regierung vor Weihnachten steht. Aber zunächst müssen harte Koalitionsverhandlungen geführt werden. Und danach kommt das entscheidende Mitgliedervotum der SPD. Aber: Wir sollten uns jetzt nicht die Hose eng machen. Lieber gründlich als schnell verhandeln.

LN: Wird NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft so etwas wie eine zweite Richtlinienkanzlerin via Bundesrat?

Nahles: Nein, es gibt nur eine Kanzlerin. Die Rolle ist nicht als Doppelspitze besetzt. Aber Frau Merkel weiß, dass der Bundesrat stark ist. Und da spielt natürlich für die SPD-Seite Hannelore Kraft eine wichtige Rolle.

LN: Frau Ministerin Nahles! Erschrecken Sie noch, wenn Sie das hören?

Nahles: Ganz ehrlich? Ich ärgere mich massiv darüber, wenn Sie mich so nennen. Es wird der Eindruck erweckt, als sei es uns in der Verhandlungsgruppe darum gegangen, irgendwelche Posten auszuwählen. Das ist falsch. Ich weise das ausdrücklich zurück. Die Verteilung und Besetzung der Ressorts hat zu keinem Zeitpunkt, weder in den internen Runden noch in den gemeinsamen Runden, irgendeine Rolle gespielt. Ich gehe davon aus, dass wir das am Ende der Verhandlungen klären werden. Ich kann unserer Partei auch nur raten, über dieses Thema in keiner Weise zu spekulieren.

LN: Union und SPD trennen 15,8 Prozent. Wie wollen Sie sich da auf Augenhöhe begegnen?

Nahles: Unser Wahlergebnis am 22. September 2013 war enttäuschend. Trotzdem haben wir Grund zum Selbstbewusstsein. Dieses Land wird in 13 Bundesländern mit starker sozialdemokratischer Beteiligung regiert. Für unsere wichtigsten Themen, vom Mindestlohn, dem Kita-Ausbau, der Pflegereform, bis zur Verbesserung der Rente, haben wir gesellschaftliche Mehrheiten hinter uns. Seien Sie sicher: Am Ende gelingt es uns, unseren Einfluss auf den Koalitionstisch zu bringen, den wir in den Ländern und im Bund zusammen haben.

Interview: Dieter Wonka

LN

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