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Seite Drei „Solche Verbrechen sollten keine Erfolge sein“
Nachrichten Seite Drei „Solche Verbrechen sollten keine Erfolge sein“
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20:22 21.10.2013
Lübeck

Jan Philipp Reemtsma (60) ist der Enkel und Erbe des Hamburger Tabakkonzerns Reemtsma (R 6, Ernte 23, Roth-Händle, Reval, Peter Stuyvesant). Er studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg und verkaufte schon 1980 seine Anteile an der Firma. Heute ist er Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg.

Reemtsma, dessen Vermögen auf rund 700 Millionen Euro geschätzt wird, zählt angeblich zu den 150 reichsten Deutschen. Seine finanziellen Mittel ermöglichen ihm ein umfangreiches Wirken als Mäzen und Förderer.

Dabei waren seine Projekte nicht immer unumstritten. 1984 gründete er das „Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS)“, das vor allem durch die viel diskutierte Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ (2001 und 2004) bekannt wurde. Außerdem gründete er die „Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur“, die zahlreiche Literatur-Editionen veröffentlichte sowie eine Stiftung für politisch Verfolgte. Er war auch maßgeblich an der Restaurierung des Landguts des Dichters Christoph Martin Wieland (1733-1813) bei Weimar beteiligt.

Auch Reemtsma fragt sich, wo das für ihn gezahlte Lösegeld geblieben ist. Er hoffe, dass sein Entführer auch nach dem Gefängnis kein schönes Leben führen könne:„Es ist ein störender Gedanke, dass er möglicherweise von dem Geld, was er auf die Seite gebracht hatte, sich ein gutes Leben machen kann. Solche Verbrechen sollten keine Erfolge sein.“

LN

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