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Täter hat seine Opfer offenbar in die Falle gelockt

Täter hat seine Opfer offenbar in die Falle gelockt

München. Unter den neun zum großen Teil jugendlichen Opfern waren auffällig viele mit ausländischer Herkunft. Alle lebten in München oder Umgebung.

München. Unter den neun zum großen Teil jugendlichen Opfern waren auffällig viele mit ausländischer Herkunft. Alle lebten in München oder Umgebung. Drei waren Kosovo-Albaner, drei Türken und einer Grieche. Und es besteht der furchtbare Verdacht, dass sie zum Teil in eine perfide geplante Falle des Amokschützen liefen.

Der 18-Jährige, der sich offenbar gut mit Computern auskannte, hackte nach den Erkenntnissen der Polizei den Facebook-Account eines Mädchens mit einem türkischen Namen. „Kommt heute um 16 Uhr Meggi am OEZ“, schrieb er dort – Meggi ist Jugenddeutsch für McDonald’s. Es würde dort etwas spendiert werden.

Die Münchner Polizei bestätigte gestern während einer Pressekonferenz entsprechende Hinweise. Am Nachmittag nahm auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) dazu Stellung. „Es gibt eine Unbeteiligte, auf deren Account ist für 16 Uhr dort zu einem Treffen eingeladen worden“, sagte er. „Das muss von außen geschehen sein. Und es deutet vieles darauf hin, dass es der Täter war.“

Doch das müsse erst noch abschließend ermittelt werden, so der Innenminister. Allerdings: „Wenn es so war, dann war es sehr perfide.“ Ansonsten aber sei David Ali S. für die Sicherheitsbehörden ein unbeschriebenes Blatt gewesen: „Gegen ihn waren bisher keine polizeilichen Ermittlungen bekannt.“

Polizeisprecher blieb ruhig und souverän

München. Immer wieder richten sich die Kameras auf Marcus da Gloria Martins. Souverän, sachlich und locker, ohne Zeichen von Anspannung steht er TV-Sendern und Radiostationen Rede und Antwort. Ruhe sei ihm wichtig, sagt der Pressesprecher der Münchner Polizei und gibt dabei selbst ein perfektes Vorbild: „Mir bleibt ja nichts anderes übrig.“

Seit Oktober vergangenen Jahres ist der 43-jährige Familienvater im Amt. Er hat die Präsenz der Münchner Polizei auf Facebook und Twitter vorangebracht. Die Beamten punkten mit ihrer lockeren Art in den sozialen Medien. Er war kaum ein Vierteljahr in seiner neuen Funktion, da hatte er den ersten Terroreinsatz zu bewältigen: An Silvester gab es einen Terroralarm am Münchner Hauptbahnhof. Binnen kürzester Zeit startete ein Großeinsatz – doch glücklicherweise war es kein Anschlag.

Dieses Mal allerdings wurde es ernst. Auf dem Weg ins Büro nach den ersten Notrufen am Freitag habe er Menschen in der Fußgängerzone in Panik laufen sehen, sagte er.

„Da weiß man, was Angst mit Menschen macht.“

LN

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