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„Tempora“ — das große Schnüffeln des britischen Geheimdienstes

Berlin/London „Tempora“ — das große Schnüffeln des britischen Geheimdienstes

Bundesregierung verlangt von Großbritannien Aufklärung. Angeblich wurden auch ein Überseekabel angezapft. Gab es Hilfestellung durch Vodafone?

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Ein Gebäude, ebenso gigantisch wie die Schnüffelorgie: das Hauptgebäude des britischen Geheimdienstes GCHG in Cheltenham.

Quelle: Foto: dpa

Berlin. Die Bundesregierung hat Großbritannien um Aufklärung zu den Berichten über ein umfangreiches Abhörprogramm des britischen Geheimdienstes GCHQ gebeten. Das Innenministerium habe der britischen Botschaft Fragen zu dem Programm „Tempora“ übermittelt, sagte ein Ministeriumssprecher gestern in Berlin.

Am Freitag hatte die britische Zeitung „Guardian“ unter Berufung auf Unterlagen von Edward Snowden berichtet, die Briten könnten mit einem Abhörprogramm namens „Tempora“ unter anderem bis zu 600 Millionen Telefonverbindungen täglich erfassen. Seibert betonte, die Bundesregierung nehme die Berichte ernst. Es gehe um die Balance zwischen dem Schutz vor terroristischen Straftaten und dem Schutz privater Daten. „Es wird immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit sein“, sagte er.

Enthüllte Überwachungsprogramme

Enthüllte Überwachungsprogramme

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Laut Snowden haben 300 britische Spezialisten mit 250 Kollegen des US-Geheimdienstes NSA die GCHQ-Daten seit Mai 2012 ausgewertet. Neben E-Mails, Einträgen im sozialen Netzwerk Facebook oder auch Telefongesprächen werden demnach für das britische Spionageprogramm „Tempora“ auch persönliche Informationen der Nutzer 30 Tage lang gespeichert. An die Daten seien die Geheimdienste gelangt, indem sie weltweit Glasfaserkabel anzapften. Es seien „Unmengen von Daten“, betont Snowden. Angeblich sollen insgesamt 850 000 NSA-Mitarbeiter und beauftragte Spezialisten Zugang zu den britischen Überwachungsdaten haben. Nähere Erläuterungen zu dieser riesigen Personenzahl wurden nicht gemacht.

Datenschutz-Organisationen in Großbritannien reagierten schockiert und forderten eine Überarbeitung der entsprechenden Paragrafen.

„Tempora“ hat Berichten zufolge systematisch Internet- und Telefondaten aus Deutschland ins Visier genommen. GCHQ habe im Rahmen des Programms unter anderem das Glasfaserkabel TAT-14 ausgespäht, über das ein großer Teil der deutschen Übersee-Kommunikation abgewickelt wird, berichteten der NDR und die „Süddeutsche Zeitung“.

Der deutsche Knotenpunkt für das Kabel ist demnach die Stadt Norden in Ostfriesland. Vermutlich würden die Daten in der britischen Küstenstadt Bude abgefangen, berichteten „SZ“ und NDR. Beim Ausspähen sollen zwei Telefongesellschaften behilflich gewesen sein. Angeblich handele es sich dabei um Vodafone und British Telecommunications (BT).

Das 15 000 Kilometer lange Überseekabel TAT-14 wurde 2001 von einem internationalen Konsortium von mehr als 50 Telekom-Unternehmen in Betrieb genommen. Weite Teile der Telefon- und Internetkommunikation laufen über das Kabel auf dem Meeresgrund, das Deutschland via Großbritannien mit den USA verbindet.

LN

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