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Nachrichten Seite Drei Weltweite Empörung über US-Attacken
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22:15 24.10.2013

Der US-Geheimdienst NSA ist in mehreren Ländern mit Abhöraktionen aufgefallen, und überall ist die Empörung groß:

Jüngstes Opfer ist Italien, wo „L‘Espresso“ gestern berichtete, die NSA habe auch die Regierung in Rom ausspioniert. Das Magazin berief sich dabei auf den früheren „Guardian“-Journalisten Glenn Greenwald, einen Vertrauten des NSA-Enthüllers Edward Snowden.

In Frankreich hat die NSA laut „Le Monde“ allein binnen vier Wochen um die Jahreswende 70,3 Millionen Telefonverbindungen überwacht. Auch sollen französische diplomatische Vertretungen in Washington und bei den UN in New York sowie das Außenministerium ausgespäht worden sein.

In den USA sollen die NSA und die US-Bundespolizei FBI auf Serverdaten der großen Internetkonzerne wie Yahoo, Facebook, Google und Microsoft mit dem geheimen Überwachungsprogramm Prism zugegriffen haben.

In Großbritannien hat der britische Geheimdienst laut dem „Guardian“ 2009 Delegierte zweier G-20-Treffen in London ausgespäht. Die NSA soll bei der Gelegenheit versucht haben, ein Satelliten-Telefonat des damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nach Moskau abzuhören.

Der Spiegel berichtete, die NSA habe in EU-Vertretungen in Washington, New York und Brüssel unter anderem Wanzen installiert. Auch sollen interne Computernetzwerke infiltriert worden und der Geheimdienst in die Videokonferenz-Anlage der Uno in New York eingedrungen sein.

In Brasilien hat die NSA laut dem Sender Globo Telefonate und die Internetkommunikation von Staatschefin Dilma Rousseff und ihren Mitarbeitern überwacht. Auch der Ölkonzern Petrobras sowie Millionen brasilianischer Bürger sollen ausgespäht worden sein.

In Mexiko soll eine NSA-Spezialabteilung 2010 das E-Mail-Konto des damaligen Präsidenten Felipe Calderón gekapert haben. Calderóns Nachfolger Enrique Peña Nieto forderte Erklärungen von den USA, nachdem Globo berichtet hatte, die NSA habe ihn während des Wahlkampfs 2012 ausgespäht.

In China steht die NSA im Verdacht, chinesische Mobilfunk-Konzerne gehackt und Millionen von SMS-Mitteilungen ausgespäht zu haben. Die Rede ist auch von Cyber-Attacken auf die Tsinghua-Universität in Peking, wo sechs zentrale Netzwerk-Schaltstellen untergebracht sind, über die Chinas gesamter Internetverkehr läuft.

LN

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