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Wie meine Mutter erschossen werden sollte

Lübeck Wie meine Mutter erschossen werden sollte

Yelizaveta Paliy, Mitglied der jüdischen Gemeinde in Lübeck, über ihre Familiengeschichte.

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Inna Voskoboinik 1939, als junges Mädchen mit 14 Jahren.

Quelle: Fotos: privat

Lübeck. Die Kinderärztin Yelizaveta Paliy kam mit ihrer Mutter Inna Voskoboinik 1995 aus der Ukraine nach Lübeck. „Meine Mutter ist heute 88 Jahre alt“, sagt Paliy. „1942 hat sie schreckliche Dinge erlebt.“

Die beiden stammen aus Winniza. Bereits 1937/38 ließen die Sowjets dort über 9400 Menschen erschießen. Nazi-Einsatzgruppen töteten 1941 und 1942 zudem 14 000 Juden. „Auch meine Mutter sollte erschossen werden“, berichtet Paliy. „Sie erzählte mir, wie sie mit ihrer Mutter zu den Massengräbern getrieben wurde. Sie standen schon in der Reihe vor dem Graben. Da ritt ein hoher Offizier vorbei. Meine Großmutter, eine gebildete Frau, die Deutsch sprach, warf sich vor ihm auf die Knie und flehte um das Leben ihrer Tochter. Sie sagte: ,Sie ist jung. Sie kann noch arbeiten.‘“

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Inna Voskoboinik heute.

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Der Offizier nahm sie, eine weitere junge Frau mit drei Kindern und einen Jungen mit. Er sagte: „Schnell! Wenn sie uns anhalten, werdet ihr zurückgeschickt.“ Der Mann habe Wilhelm Schwarz geheißen, glaubt Paliy. Beim Versuch, weitere Menschen zu retten, sei er entdeckt und dann wohl an die Front geschickt worden. „Was aus ihm wurde, weiß ich nicht.“

Ihre Mutter sei die einzige aus der 18-köpfigen Familie gewesen, die überlebt habe. „Ich weiß nicht, ob es für meine Mutter leicht war, mit mir nach Deutschland zu gehen — wir waren beide vorher nie da. Bis heute hat meine Mutter Alpträume, oft erzählt sie von all den Menschen und Familien, die ausgelöscht wurden. Aber Hass auf Deutschland hatte sie meines Wissens nie. Dazu hat dieser mutige Offizier sicher beigetragen.“

stö

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