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Barron Trump: Kleiner Donald, großes Interesse

Im Rampenlicht Barron Trump: Kleiner Donald, großes Interesse

Die Obama-Töchter ahnen, was dem Sohn von Donald Trump dieser Tage durch den Kopf gehen muss. Selbst ohne Umzug ins Weiße Haus steht der jüngste Sohn des US-Präsidenten spätestens jetzt mit im Kreuzfeuer der Klatschpresse. Mutter Melania wird den Jungen schützen müssen.

Barron Trump mit seinen Eltern.

Quelle: Michael Reynolds

New York. Das Klicken der Kameras lernt Barron Trump schon im Alter von zehn Monaten auf dem Hollywood Walk of Fame kennen.

„Er ist stark, klug, zäh, grausam und gewalttätig - all die Zutaten, die man braucht, um ein Unternehmer zu sein“, scherzt sein Vater Donald über den blonden Jungen, als Trump im Januar 2007 auf dem Gehweg in Los Angeles mit einem Stern geehrt wird.

Der Reality-Star hält Barron auf dem Arm und sagt: „Also Barron, viel Glück, Du hast einen weiten Weg vor Dir.“ Mutter Melania lächelt, die Kameras klicken.

Fast auf den Tag genau zehn Jahre später hat der Sohn des neuen US-Präsidenten einen weiteren Weg zurückgelegt, als er selbst dieser Tage vielleicht begreifen mag. Nahezu weltweit ist Barrons Name nach der Vereidigung seines Vaters bekannt, und es wird kein Leichtes, das jüngste Mitglied der First Family aus dem Rampenlicht zu halten. Selbst dann nicht, wenn der „kleine Donald“, wie Melania ihn wegen der Ähnlichkeit gern nennt, mit seiner Mutter wie geplant vorerst weiterhin in New York lebt, um dort die Grundschule zu beenden.

Nicht nur Paparazzi sind dem jüngsten Knaben im Weißen Haus seit John F. Kennedy Jr. auf den Fersen, auch für die Comedian Katie Rich war der manchmal etwas gelangweilt wirkende Junge ein gefundenes Fressen. Barron werde der erste Schul-Amokschütze des Landes sein, der zu Hause unterrichtet wird, twitterte Rich, die für die Show „Saturday Night Live“ Gags schreibt. Das kam nicht gut an: Rich wurde auf unbestimmte Zeit suspendiert und entschuldigte sich schließlich auf Twitter für einen „unsensiblen“, „beleidigenden“ und „unverzeihlichen“ Witz.

Aber da war ein ungeschriebene Gesetz Washingtons bereits gebrochen. Es sei üblich, Kinder von US-Präsidenten außerhalb des Rampenlichts aufwachsen zu lassen, teilte Trumps Sprecher Sean Spicer am Dienstag mit. „Das Weiße Haus rechnet fest damit, dass diese Tradition fortgeführt wird.“ Die Empörung war so groß, dass am Mittwoch mehr als 121 000 Menschen eine Online-Petition an NBC unterzeichnet hatten, Rich zu feuern. Dass sie ihren Tweet nach drei Stunden gelöscht hatte und Kollegen ihr zur Seite sprangen, half auch nichts.

Scherze und Kritik mussten schon die Kinder früherer US-Präsidenten einstecken, darunter Malia und Sasha Obama, Jenna und Barbara Bush und Chelsea Clinton. Diese sprang Barron zur Seite, womöglich in Erinnerung an ihre eigenen Erfahrungen: „Barron Trump verdient die Chance, die jedes Kind hat - ein Kind zu sein“, schrieb Clinton auf Facebook. CNN-Moderator Jake Tapper fügte hinzu: „Das zehnjährige Kind eines Politikers, den man verabscheut, zu verspotten, ist abscheulich, unmoralisch und kontraproduktiv.“

Weit über das Ziel hinaus schoss auch Comedian Rosie O'Donnell, die im November ein Video weiterverbreitete, das eine Autismus-Erkrankung bei Barron suggerierte. Angeblicher Beleg: Barrons abwesend wirkender Gesichtsausdruck bei der Siegesrede seines Vaters in der Wahlnacht. Aber wer wollte einem Zehnjährigen nach einer langen Nacht gegen drei Uhr morgens verübeln, etwas müde zu gucken oder zu gähnen?

„Nachdem ein Kind schikaniert oder belästigt wurde, kann sein Selbstwertgefühl lange Zeit auf vernichtende Weise betroffen sein“, schreiben die Autoren der Petition gegen Rich. Sie warnen vor lebenslangen Schäden, vor Depressionen, Angstzuständen, einem Gefühl von Trauer und Einsamkeit sowie Schlaf- und Essstörungen. Es scheint möglich, dass Melania ihren erklärten Kampf gegen Internet-Mobbing auch zum Schutz ihres einzigen Kindes Barron angehen will.

Ganz aus der Öffentlichkeit fernhalten können wird sich Barron, der angeblich sehr brav ist und im Trump Tower ein eigenes Stockwerk haben soll, wohl nicht. Er geht Melania zufolge gern mit seinem Vater golfen, schon mit sieben Jahren spielte er gern Papa und zog sich auch mal Anzug und Krawatte an. Sein Vater brachte ihn auch zum Interview bei Talkmasterin Oprah Winfrey mit und ließ ihn in seiner früheren Reality-Serie „The Apprentice“ (Der Lehrling) auftreten. Beim ersten Auftritt war Barron acht Jahre alt.

dpa

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