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„Der Mann, der bewegt“ - Til Schweiger

Hamburg „Der Mann, der bewegt“ - Til Schweiger

Ein „Vorzeigeheim für Flüchtlinge“ will Til Schweiger bauen. Seit zwei Wochen mischt sich der Filmstar auf seine ganz spezielle Weise in die Flüchtlingsdebatte ein. Eigentlich eher ein „Zufall“, wie er gesteht.

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Til Schweiger engagiert sich für Flüchtlinge.

Quelle: Britta Pedersen

Hamburg. So ist das oft bei Til Schweiger: Er macht den Mund auf - und „kriegt eins auf die Fresse“, wie er es selbst formuliert. Manchmal für die Art, wie er sich äußert, nämlich mit seiner nuschelnden Stimme.

Manchmal für den Inhalt, etwa wenn er das „empathielose Pack“ auf seiner Facebook-Seite „zum Kotzen“ findet. Gerade einmal zwei Wochen sind diese Einträge zu ausländerfeindlichen Kommentaren im sozialen Netzwerk alt - da erscheint der oftmals belächelte Schauspieler so manchem in ganz anderem, positiven Licht.

Der 51-Jährige polarisierte schon immer. „Die einen mögen mich, die anderen können mich auf den Tod nicht ausstehen“, sagt er selbst. Auch deshalb sehe er sich als „Der Mann, der bewegt“, erklärte er, als die gleichnamige Biografie über ihn erschien. Er mochte den Titel nicht nur wegen der Anspielung auf den Kinoerfolg „Der bewegte Mann“, der ihn 1994 - nach der „Lindenstraße“ und „Manta, Manta“ - einem noch größerem Publikum bekanntmachte. Er bewege ja tatsächlich etwas, sagte Schweiger. „In der deutschen Filmlandschaft habe ich viel bewegt - nicht nur für mich, sondern auch für andere.“ Der Filmemacher lockte mit „Keinohrhasen“- und „Kokowähh“-Komödien Millionen in die Kinos.

Und nun - wenige Monate, nachdem er mit der Tragikomödie „Honig im Kopf“ seinen größten Kinoerfolg auf die Leinwand brachte - bewegt er an ganz anderer Stelle. Einen Spendenaufruf für Flüchtlinge hatte er im sozialen Netzwerk Facebook unterstützt - und steckt jetzt mittendrin in der Flüchtlingsdebatte. Als er ausländerfeindliche Kommentare auf seinem Facebook-Eintrag fand, beschimpfte er die Verfasser wütend und derbe („Verpisst euch von meiner Seite, empathieloses Pack!“). Von da an wurden seine Nachrichten von „Tatort“-Dreharbeiten immer seltener, seine Kommentare und Aufrufe gegen Rassismus dafür immer häufiger - Schweiger wurde zum „digitalen Don Quijote“ (Branchendienst „Meedia“.)

Es ist nicht das erste Mal, dass der Star des Hamburger NDR-„Tatorts“ den Mund zu gesellschaftlichen Themen aufmacht - und kein Blatt davor nimmt. Im ZDF-Talk mit Markus Lanz forderte der vierfache Vater vor vier Jahren einen härteren Umgang mit Sexualstraftätern. „Deutsches Gutmenschentum kotzt mich an“, sagte er und redete sich in Rage.

Als er im Film „Schutzengel“ die Situation von Kriegsrückkehrern aus Afghanistan thematisierte, wurden Farbbeutel gegen sein Haus in Hamburg geworfen - weil er angeblich die Afghanistan-Einsätze der Bundeswehr verherrlicht hatte. Angst, selbst zum Ziel zu werden, habe er nicht: „Wenn ich Angst hätte, hätte ich vor zwei Jahren nicht dazu aufgerufen, die Soldatenfamilien zu unterstützen, obwohl zuvor ein Anschlag auf mein Haus und das Auto meiner damaligen Freundin verübt worden war“, sagte Schweiger der „Bild am Sonntag“ (BamS).

Seit Mitte Juli nun meldet sich Schweiger auf seine Art in der Flüchtlingsdebatte zu Wort, forderte via Facebook „Frau Merkel, Herr Gabriel bitte übernehmen Sie!!!!!!“. SPD-Chef Sigmar Gabriel meldete sich dann tatsächlich bei ihm. Nun will Schweiger nicht nur Flüchtlingsunterkünfte besuchen, sondern gleich selbst ein „Vorzeigeheim“ bauen. Dass er eigentlich nicht vorgehabt habe, sich zum „Sprachrohr für Flüchtlinge“ zu machen, erklärte er in der „BamS“ ebenfalls. „Das jetzt war Zufall“, sagte er. „Was ich an Reaktionen sehe, ist so bitter. Da mache ich jetzt Stimmung. Dafür kriege ich viel auf die Fresse. Aber das ist mir egal.“

dpa

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