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100 000 Liter Milch: Ehrung für „Lena“

Grevesmühlen 100 000 Liter Milch: Ehrung für „Lena“

Eine Super-Kuh des Landwirtschaftsbetriebes Grevesmühlen hat für einen Rekord bei den ehemaligen Kreisstädtern gesorgt. „Lenas“ Lebensleistung Milch würde vier Tanklastzüge füllen.

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Tierproduktionsleiter Jörg Subklew (46) ist stolz auf „Lena“. Sie gab bisher 100 000 Liter Milch.

Quelle: Foto: Maik Freitag

Grevesmühlen. Mehr als 470 Kühe werden derzeit beim Landwirtschaftsbetrieb Grevesmühlen täglich zweimal gemolken. Das macht 11 000 Liter Milch, die zur Weiterverarbeitung nach Upahl gebracht werden. In nur acht Jahren hat es jetzt eine einzige Kuh geschafft, 100 000 Liter Milch zu geben: Eine Menge, die vier Milchlaster füllen würde, die täglich auf den Straßen zu sehen sind. Dafür wurde „Lena“ jetzt vom Milchkontrollverband des Landes geehrt.

Doch die Kuh scheint das gar nicht zu wollen. Zum Fototermin lässt sich das zehn Jahre alte Tier nur mit viel List führen. Ein Futtereimer vor dem Maul lockt „Lena“ Schritt für Schritt ins richtige Licht. „Lena“ ist eine erfahren Kuh, Menschen können dem schwarz-weiß gefleckten Rind nichts mehr vormachen. Acht Kälber hat „Lena“ geboren und ist jetzt die Super-Kuh des Betriebes. „Das ist das erste Mal, dass hier eine Kuh so viel Milch gegeben hat. Normal sind etwa 24 000 Liter“, erklärt Jörg Subklew, Leiter der Tierproduktion des Grevesmühlener Landwirtschaftsbetriebes. „Wir haben auch eine Kuh hier, die schon zehn Kälber bekommen hat, aber erst 70 000 Liter Milch gegeben hat.“

Viel Lob für die „Super-Kuh“, die aber irgendwann keine Lust mehr hat, am Halfter geführt zu werden. Bei einem kleinen Ausreißversuch zeigt das Tier, dass es noch flink auf den Beinen ist — trotz des riesigen Euters. Doch schnell ist „Lena“ wieder eingefangen und zur Beruhigung hängt ihr Susann Köhnke vom Milchkontrollverband die blaue Sieger-Schärpe um. „Lena“ wurde am 7. September 2003 geboren.

Fast auf den Tag genau zehn Jahre später, am 4. September, lief ihr 100 000. Liter Milch durch die Absaugvorrichtung. Die Zahl begeistert Volker Materna vom Rinderzuchtverband geradezu. „Das kommt nicht oft vor. Etwa 30 Rinder schaffen das pro Jahr in Mecklenburg-Vorpommern.“ Und Jörg Subklew hat einen weiteren „Lena“-Rekord parat. „,Lenas‘ Höchstleistung nach einer Geburt lag bei 15 500 Litern.“ Er schaut erst stolz in die Runde und dann zu seiner Kuh. Auch ihm hat „Lena“ Ehre eingebracht — und einen Geschenkkorb mit Mettwurst, Salami und mehreren Wurstsorten. Er posiert zusammen mit „Lena“ und mit den Melkern fürs Pressefoto und es werden Bilder fürs Firmen-Album geschossen. Noch nie hatte eine Kuh in diesem Betrieb so eine Leistung erbracht.

Die Bedingungen im Betrieb seien aber auch sehr gut, sagt Jörg Subklew und führt „Lenas“ Rekord mit darauf zurück. „Das Futter stimmt, die Haltung und die Pflege auch.“ Lena bekomme das gleiche Futter wie alle anderen Rinder. „Darin enthalten ist Gras, Silage, Stroh und Kraftfutter“, sagt der 46-Jährige. 25 Mitarbeiter kümmern sich täglich um die Tiere, die immer um 4 Uhr morgens und um 15 Uhr gemolken werden. Außerdem sei „Lena“ eine „Exzellent-Kuh“, verrät der Produktionsleiter. Nur etwa 20 Kühe pro Jahr werden mit diesem Prädikat pro Jahr im Land ausgezeichnet. Mittlerweile hat „Lena“ ihre Gene drei Mal an weibliche Kälber weitergegeben. Auch diese geben bereits mehr Milch als gewöhnlich.

Helmut Schirmacher vom Landeskontrollverband will sich die Chance nicht nehmen lassen, einen Blick auf „Lena“ zu werfen und ebenfalls zu gratulierten. „Am Gang sieht man, wie es einer Kuh geht. Und „Lena“ scheint noch fit zu sein“, sagt Rickert. „Alle paar Jahre schafft es eine Kuh auch mal 150 000 Liter Milch zu geben.“ Das sei aber eine absolute Ausnahme.

Unumstritten sind solche Höchstleistungen bei Tieren aber nicht. Jens Rasim vom Gut Gallin kritisiert herkömmliche Haltungsbedingungen. Bis vor einigen Jahren hielt der Galliner 500 Rinder auf Biobasis. „Die meisten Kühe haben es bei uns auf zehn Laktationen gebracht und sie sahen dabei nicht so schlimm wie die Kühe aus konventioneller Haltung aus. Die bestehen doch nur noch aus Haut, Knochen und Euter.“ Zwar würden Bio-Kühe nur 7000 bis 8000 Liter Milch pro Jahr bringen, aber in zehn Jahren sind das auch 70 000 Liter“, rechnet Rasim vor. Und: „Wir machen unser Futter selbst.

Klee, Erbsen auf 60 Hektar, Stroh und Heu, das sind die Zutaten beim Bioanbau, kein Kraftfutter von irgendwelchen Zulieferfirmen.“

Rund um die Kuh
Als Laktationsperiode, auch Laktationsdauer bezeichnet man den Zeitraum, in der zur Milchgewinnung gehaltene landwirtschaftliche Nutztiere wie Kühe, Schafe oder Ziegen Milch geben.

Im Grevesmühlener Landwirtschaftsbetrieb liegt der Durchschnitt bei 2,7. „Lena“ hat es bereits auf acht Laktationen gebracht.

Durchschnittlich gibt eine Milchkuh in Mecklenburg-Vorpommern 24 000 Liter Milch in ihrem Leben. „Lena“ hat es nach zehn Lebensjahren auf 100 000 gebracht. Eine Bio-Kuh bringt es auf 7000 bis 8000 Liter pro Jahr. Die kontroverse Diskussion über die unterschiedliche Haltung hält an.

Der Landeskontrollverband für Leistungs- und Qualitätsprüfung Mecklenburg-Vorpommern (LKV MV) ist ein kompetenter, neutraler und zertifizierter Verband, der sich als moderner Dienstleister für die Rinder-, Ziegen- und Schafhalter in Mecklenburg-Vorpommern versteht. Im Mittelpunkt der Verbandsarbeit steht die Milchleistungsprüfung von Kühen, Schafen und Ziegen. Zum Jahresabschluss des Kontrolljahres 2012 zählte der LKV MV 637 Mitgliedsbetriebe mit 169 300 Milchkühen.

Maik Freitag

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