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100 Tage im Amt: Experten loben Kurs des VW-Chefs

Wolfsburg 100 Tage im Amt: Experten loben Kurs des VW-Chefs

Im Spätsommer wechselte Porsche-Chef Matthias Müller zu Volkswagen, um den Konzern durch den Abgas-Skandal zu führen.

Wolfsburg. Bei Politikern gelten die ersten 100 Tage im Amt als Schonfrist — bei Matthias Müller nicht. Im Spätsommer 2015 wurde Volkswagen vom Vorzeigekonzern zum Skandalunternehmen mit Betrugsmotoren. Und Müller wurde in der Abgas-Affäre zum Chef. Vorher stand er an der Spitze der VW-Tochter Porsche und fuhr mit den Sportwagen ein Rekordergebnis nach dem anderen ein. Bei VW erlebt er jetzt die andere Seite eines Vorstandspostens.

Heute ist Müller seit 100 Tagen Martin Winterkorns Nachfolger an der Konzernspitze. Die bisherigen Turbulenzen hätten wohl für manches Managerleben ausgereicht. Und so ist Müllers 100-Tage-Bilanz auch allenfalls eine grobe Baustellen-Inventur. Der Skandal um millionenfache Manipulationen an Dieselwagen hat bei VW viele Konstanten ins Wanken gebracht. Winterkorns zentralistischer Führungsstil ist dabei nur ein Aspekt. Es geht um die Arbeits- und Kritikkultur eines Weltkonzerns mit gut 614000 Mitarbeitern. Es geht um eine Branche, deren Kernprodukt immer mehr Teil des Internets wird und als jahrzehntelanger Selbstläufer nunmehr zum Wandel verdammt ist. Verstopfte Straßen, Smog in Innenstädten — viele junge Leute gehen gar nicht mehr zur Fahrschule, geschweige denn zum Autohändler.

„Man muss Herrn Müller daran messen, was sich tatsächlich verändern wird“, sagt Experte Stefan Bratzel, der zu Managementfragen in der Autobranche forscht. „Ich glaube, er hat dazu die richtigen Worte gefunden und die richtigen Themen adressiert“, lobt Bratzel, schränkt aber gleichzeitig auch ein: „Winterkorn hatte auf der IAA Mitte September ebenfalls richtige Worte gefunden.“ Entscheidend sei jedoch der Wandel, der den Worten tatsächlich folge — oder eben auch nicht.

Finanzexperten sind ebenfalls zurückhaltend: „Ob Matthias Müller bereits Vertrauen zurückgewonnen hat, sehen wir erst, wenn er die Erosion der Marktanteile von VW stoppen kann“, sagt Matthias Hellstern von der Ratingagentur Moody's. Im November fiel der Anteil des VW-Konzerns an den Neuzulassungen in Europa im Jahresvergleich um 2,3 Punkte auf 24,3 Prozent. Dennoch lobt auch Hellstern Müller: „Ich denke, er trifft die richtigen Entscheidungen und die Abgaskrise hat er inzwischen recht gut im Griff.“

LN

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