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25 Milliarden: Abgas-Rechnung von Volkswagen steigt weiter

Wolfsburg 25 Milliarden: Abgas-Rechnung von Volkswagen steigt weiter

Volkswagen schockt seine Aktionäre mit einer milliardenschweren Gewinnwarnung – die Bewältigung des Abgas-Skandals geht stärker ins Geld als geplant. Dabei schien der Fall in den USA eigentlich schon abgehakt. Was ist der Grund für die neuen Probleme?

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Bei Experten sorgt die Gewinnwarnung angesichts der relativ geringen Anzahl der betroffenen Autos in den USA für Erstaunen.

Quelle: Foto: Gentsch/dpa

Wolfsburg. Es ist ein teures Geständnis, mit dem Volkswagen gestern herausrückte: Zusätzliche „Dieselgate“-Kosten dürften das nächste Quartalsergebnis um 2,5 Milliarden Euro drücken. Für die Investoren des Wolfsburger Autoriesen ist die Nachricht ein Schock – der Aktienkurs sackte in einer ersten Reaktion um rund vier Prozent ab. Die neuen Belastungen lassen die Abgas-Rechnung des Konzerns auf den enormen Betrag von mehr als 25 Milliarden Euro ansteigen. Dabei bleiben die Hintergründe der überraschenden neuen Nachricht zunächst nebulös. In der dürren Pflichtmitteilung, mit der sich VW an die Finanzwelt wandte, wird nur ein „Anstieg der Rückstellungen“ für ein im Rahmen von Vergleichen mit Klägern in Nordamerika vereinbartes Rückruf- und Umrüstungsprogramm für manipulierte Dieselfahrzeuge mit 2,0-Liter-Motoren angeführt.

Das Vorhaben erweise sich „technisch als weitaus komplexer und wesentlich zeitaufwendiger“ als angenommen, heißt es in der Erklärung von Volkswagen weiter. Diese Begründung wirft Fragen auf. Denn dass es sich bei den Vereinbarungen mit US-Regierung, Umweltbehörden und zahlreichen anderen Sammelklägern um ein teures Mammutprojekt handeln würde, war von Anfang an klar.

Zudem hatte der Konzern die Bewältigung des Riesenprogramms bislang stets als großen Erfolg dargestellt. Ende Juni hatte VW beim zuständigen Richter in San Francisco große Fortschritte gemeldet, von „Enthusiasmus bei den Verbrauchern“ war gar die Rede. Damals waren von 475000 betroffenen Autos mit 2,0-Liter-Dieselmotor 298 000 umgerüstet oder zurückgekauft, ein Anteil von 63 Prozent.

Eigentlich hat VW bis Mitte 2019 Zeit, einen Wert von 85 Prozent zu erreichen. Also noch zwei Jahre. Somit schien man auf gutem Weg. Doch bei der Kostenrechnung hat VW sich wohl verkalkuliert. Denn dass das Programm sich bei US-Kunden – dank großzügiger Rückkaufsangebote für gebrauchte Dieselwagen mit Schummelsoftware – großer Beliebtheit erfreut, mag dem Konzern zwar bei der Politur des angekratzten Images helfen. Es macht die Sache aber nicht günstiger.

Nach Angaben eines VW-Sprechers gibt es mehrere Gründe für die höheren Kosten. Der Aufwand, ein Auto in einen von den Behörden akzeptierten Zustand zu versetzen, sei größer als geplant. Unter anderem lägen für einige Wagen noch keine technischen Lösungen vor – das Problem sei in den USA komplexer als in Europa. Weltweit sind elf Millionen VW-Dieselwagen vom Abgas-Skandal betroffen. Mit zunehmender Verzögerung entschieden sich auch einige US-Kunden nun doch für einen Rückkauf statt für eine Umrüstung.

Ärger in den USA auch bei VW-Benzinern möglich

Auch bei Nicht-Dieseln könnten VW in den USA Unannehmlichkeiten drohen. Laut einem Medienbericht hat es der Konzern in den Staaten versäumt, Updates seiner Motorsoftware bei 500 000 Benzinern ordnungsgemäß den Behörden anzuzeigen. Betroffen seien Autos, die von 2009 bis 2017 verkauft wurden, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf interne Untersuchungen von VW. Allerdings geht es nicht um unerlaubte Software, sondern lediglich um Anmeldungsversäumnisse. VW wollte dies nicht kommentieren.

Marco Engemann und Hannes Breustedt

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