Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
31,8 Milliarden Euro Steuerschaden

Hamburg 31,8 Milliarden Euro Steuerschaden

Brisanter Bericht von „Zeit“ und NDR über Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäfte.

Hamburg. . Die umstrittenen Cum-Ex-Aktiengeschäfte mit Milliardenschäden für den deutschen Fiskus sollen einem Bericht zufolge vor allem von London aus organisiert worden sein. Wie die „Zeit“, „Zeit Online“ und das NDR-Magazin „Panorama“ gestern meldeten, soll ein knappes Dutzend Investmentbanker für den größten Teil des Schadens verantwortlich sein. Mehrere „Mitglieder der Bande“ würden derzeit umfassend bei der Kölner Staatsanwaltschaft aussagen. Ein Sprecher der Behörde wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren und verwies auf das Steuergeheimnis.

 

LN-Bild

Kann sich an Warnungen nicht erinnern: Hans Eichel.

Quelle: Foto: Dpa

Dem Bericht zufolge ist der Schaden durch Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte für den Staat weitaus größer als bisher bekannt. „Zeit“ und NDR haben die Universität Mannheim mit einer umfassen Berechnung beauftragt. Demnach sind dem Staat seit 2001 mindestens 31,8 Milliarden Euro entgangen. Das habe der Finanzwissenschaftler Professor Christoph Spengel errechnet, der auch als Sachverständiger für den Cum- Ex-Untersuchungsausschuss des Bundestags tätig war.

Bei beiden Geschäften geht es im Kern darum, sich Kapitalertragsteuer erstatten zu lassen, die einem eigentlich nicht zusteht. „Es ist der größte Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik“, sagt Spengel. Durch Cum-Cum-Geschäfte sind dem Staat nach der Berechnung Spengels seit 2001 mindestens 24,6 Milliarden Euro entgangen, etwa 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Cum-Ex- Geschäfte sind damit verwandt, aber weitaus komplizierter. Zwischen 2005 und 2012, als diese Geschäfte unterbunden wurden, entstand den Berechnungen zufolge durch Cum-Ex ein Schaden von mindestens 7,2 Milliarden Euro. „Der Schaden durch Cum-Ex-Geschäfte dürfte insgesamt noch höher liegen, da sie auch schon vor 2005 getätigt wurden“, so Spengel. Das bestätigt auch der frühere Börsenaufseher und hessische Staatskommissar August Schäfer. Schäfer hatte bereits 1992 in einem geheimen Bericht auf die Praktiken aufmerksam gemacht. Bereits damals habe es Schäden von „weit mehr als 500 Millionen D-Mark pro Jahr“ gegeben.

Über den Bericht, sagt Schäfer, wurde auch der damalige hessische Ministerpräsident Hans Eichel (SPD) informiert. Eichel sagte auf Nachfrage, er könne sich nicht an den Bericht erinnern. Auch als Bundesfinanzminister habe er von Cum- Cum oder Cum-Ex nichts erfahren. 1998 wurde er Bundesfinanzminister unter Gerhard Schröder. Unterbunden wurden Cum-Ex-Geschäfte erst 2012, die Cum-Cum-Geschäfte 2016.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Norden
DAX
Chart
DAX 13.008,00 -0,27%
TecDAX 2.497,75 -0,86%
EUR/USD 1,1817 -0,25%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

SAP 95,67 +0,74%
FMC 82,52 +0,63%
FRESENIUS... 70,75 +0,39%
DT. BÖRSE 91,10 -2,04%
BEIERSDORF 92,55 -1,68%
CONTINENTAL 213,14 -1,32%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 214,55%
Commodity Capital AF 153,66%
Apus Capital Reval AF 120,25%
Allianz Global Inv AF 116,43%
WSS-Europa AF 113,87%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.